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Airbus-Absturz: Airbus löschte vermutlich wichtige Dateien

29.06.2015 | 10:47 Uhr |

Zum Absturz eines Airbus A400M bei Sevilla mit vier Toten gibt es neue Vermutungen zur Absturzursache: Demnach wurden in der Airbus-Fabrik vermutlich Dateien gelöscht, die für die Triebwerksteuerung unbedingt erforderlich sind. Update 29. Juni.

Update 29. Juni 2015: Kombination aus technischem und menschlichem Versagen

Wie die Welt amSonntag berichtet, gab die Steuer-Software für die Triebwerke bereits einen Tag vor dem Absturz bei einem Bodentest eine Fehlermeldung aus. Nur bei drei der vier Triebwerke (jedes Triebwerk wird von zwei Computer gesteuert) sei die Steuerungssoftware korrekt aufgespielt gewesen. Der Fehler wurde jedoch nicht bemerkt und von dem System wohl auch nicht angezeigt. Im Fehlerprotokoll wurde nur ein "unspezifisches Problem" aufgezeichnet.

Danach habe ein Mitarbeiter der Endmontage den Vorschriften entsprechend die Triebwerkssoftware neu geladen. Doch dabei fehlten wiederum die technischen Grunddaten für drei der vier Triebwerke. Auch dieser Fehler wurde offensichtlich nicht bemerkt. Und der Airbus A400M hob ab – die Piloten konnten die drei betroffenen Triebwerke nicht mehr kontrollieren und die drei Triebwerke schalteten aufgrund der fehlenden Daten in den Leerlauf.

Update Ende, Beginn der ursprünglichen Meldung vom 10. Juni:

Am 9. Mai stürzte bei Sevilla ein Airbus A400M ab, weil drei der vier Triebwerke versagten. Vier Menschen kamen dabei ums Leben, zwei weitere Besatzungsmitglieder wurden schwer verletzt. Der A400 befand sich auf einem Testflug und sollte später an die Türkei ausgeliefert werden.

Nun gibt es neue Hinweise auf die Absturzursache. Reuters berichtet (hier die längere englischsprachige Version der Meldung), dass bei dem Todesflieger versehentlich Dateien mit wichtigen Daten (die so genannten „torque calibration parameters“) bei drei der vier Triebwerke gelöscht wurden (der A400M wird von vier Turboprop-Triebwerken angetrieben ). Wenn diese Daten fehlen, funktionieren die Steuercomputer der Triebwerke nicht mehr beziehungsweise die Steuercomputer können die Motordaten nicht mehr verarbeiten. Diese Daten sollen nach dem bisherigen Informationsstand versehentlich beim Installieren der Triebwerkssoftware in der Airbus-Fabrik gelöscht worden sein. Das will Reuters von mit den Untersuchungen vertrauten Insidern erfahren haben.

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Die Piloten, die den betroffenen A400M steuerten, erhielten erst bei 120 Metern Höhe eine Warnung von diesem ernsten Problem, vor dem Start auf dem Boden gab die Software dagegen keine Warnung aus.

A400M soll die Transall ersetzen

Der A400M ist ein von Airbus (ehemals EADS) entwickeltes modernes Transportflugzeug für militärische Zwecke und soll bei der Bundeswehr die betagte (aber funktionsfähige und seit Jahrzehnten bewährte) Transall ersetzen. Die Bundeswehr hat bis jetzt nur einen einzigen Airbus A400M erhalten (das Foto zu dieser Meldung zeigt die A400M nach der Überführung nach Deutschland), der aber dermaßen voller Fehler steckt, dass er nicht einsatzfähig ist. Mit der Auslieferung des A400M an die Nato-Abnehmerländer befindet sich Airbus bereits massiv in Verzug.

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