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Afrikanische Länder an 100-Dollar-Laptop interessiert

25.07.2006 | 12:19 Uhr |

Immer mehr afrikanische Länder bekunden ihr Interesse am 100-Dollar-Laptop der Initiative One Laptop per Child. Nun hat Ernest Ndukwe, der Vizevorsitzende der nigerianischen Communication Commission Executive, bekannt gegeben, eine Million dieser Rechner kaufen zu wollen. Auch in Ägypten und Sambia sollen die Rechner in Schulen zum Einsatz kommen.

Die Initiative One Laptop per Child (OLPC) hat sich zum Ziel gesetzt, einen günstigen, mobilen Rechner zu entwickeln, den sich auch Entwicklungsländer leisten können. Auf diesem Weg soll die digitale Kluft, die sich schon allein auf Grund der hohen Kosten für PCs ergeben hat, zumindest gemindert werden. Vertrieben werden die Laptops direkt an interessierte Länder. Die Idee zu diesem Gerät stammt von Nicholas Negroponte, einem der Gründer des Massachusetts Institute of Technology Media Lab.

Nun hat Ernest Ndukwe, der Vizevorsitzende der nigerianischen Communication Commission Executive, angekündigt, dass sein Land eine Million dieser Laptops kaufen möchte. Auch in Ägypten ist man von dem Konzept überzeugt und möchte Geräte bestellen, es ist aber noch nicht klar, wie viele Einheiten geordert werden sollen. In Sambia laufen die Gespräche noch. Dort ist man zuversichtlich, in Kürze weitere Einzelheiten beziehungsweise einen Abschluss melden zu können.

Zwar hat sich die Bezeichnung "100-Dollar-Laptop" mittlerweile als Name für die Geräte der OLPC durchgesetzt, ob die Rechner aber tatsächlich zu diesem Preis verkauft werden, steht noch nicht fest. So kann es nach Angaben von Mitgliedern der Initiative durchaus sein, dass das Gerät teurer und letztlich für 135 Dollar verkauft wird. Doch auch zu einem solchen Preis bleibt der Rechner offenbar für die afrikanischen Staaten attraktiv. So erklärte Abel Chambeshi, Minister für Kommunikation und Transport in Sambia: "Dies ist die einzige Gelegenheit für uns in Sambia und all den anderen afrikanischen Staaten, Schulen mit PCs ausstatten zu können, da die Geräte einen vernünftigen Preis haben." Angesprochen auf die mögliche Verteuerung der Laptops auf 135 Dollar teilte Chambeshi mit, dass sie selbst bei diesem Preis "noch günstig genug sind, dass sie sich jede afrikanische Regierung leisten kann".

Der Ende 2005 vorgestellte 100-Dollar-Laptop ist mit einer 500-MHz-CPU, 128 MB RAM sowie 500 MB Flashspeicher ausgestattet. Als Bildschirm kommt ein spezieller, billig zu produzierender Matrix-Bildschirm zum Einsatz, der neben einem hochauflösenden Schwarz-weiß-Modus über einen Farbmodus mit niedrigerer Auflösung verfügt. Die Geräte verfügen über WLAN, mehrere Laptops können dabei zu einem gemeinsamen Netzwerk geschaltet werden. Die Stromversorgung erfolgt entweder über ein Netzteil, sollte die betreffende Schule jedoch nicht ans Stromnetz angeschlossen sein, kann das Gerät auch mit Hilfe einer Handkurbel aufgeladen werden. Eine Minute Kurbeln soll dabei für zehn Minuten Laufzeit des Rechners sorgen.

100-Dollar-Laptop vorgestellt: Abfuhr für Apple (PC-WELT Online, 18.11.2005)

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