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Ärger um "iPhone": Cisco verklagt Apple

11.01.2007 | 09:42 Uhr |

Noch vor der Ankündigung des neuen Apple-Handys "iPhone" geisterte dieser Begriff durch die Medienwelt, denn Cisco hatte vor wenigen Wochen ein gleichnamiges VoIP-Telefon vorgestellt. Nach Apples iPhone-Vorstellung folgte die Reaktion seitens Cisco auf dem Fuße: Das Unternehmen hat Apple wegen der Namensrechtverletzung vor einem Gericht in Kalifornien verklagt.

Der Name "iPhone" hat bereits eine längere Geschichte hinter sich und ist keineswegs eine Erfindung von Apple . so handelt es such um eine registrierte Marke von Linksys, einem Unternehmen, das zu Cisco gehört. Linksys wiederum kam an die Namensrechte, als es im Jahr 2000 ein Unternehmen namens Infogear Technologies übernahm.

Angaben von Cisco-Sprecher John Noh zufolge gab es allerdings Gespräche zwischen Apple und Cisco um eine Lizenz für die Verwendung des Begriffs. Diese Gespräche haben sich laut Noh zwei Jahre lang hingezogen. Noch bis kurz vor der offiziellen Vorstellung von Apples iPhone haben demnach Beratungen stattgefunden, eine Einigung wurde jedoch bis dato nicht erzielt.

Cisco sieht sich in der Angelegenheit auf der sicheren Seite: "Auf Grund der Tatsache, dass sie (Apple, Anm. d. Red.) die ganze Zeit Gespräche über eine Lizenz mit uns geführt haben, gibt Apple zu, dass wir die Namensrechte besitzen", so Noh. Mark Chandler, Senior Vice President von Cisco, meint: "Das jetzige iPhone ist nicht das iPhone der Zukunft. Das Potenzial der Konvergenz zwischen dem heimischen Telefon, dem Handy, dem Telefon im Büro und dem PC ist unendlich, daher ist es für uns so wichtig, unsere Marke zu schützen."

Gegenüber unserer Schwesterpublikation PC World erklärte Apple wiederum seine derzeitige Sichtweise der Dinge. Demnach vertrete man die Auffassung, dass Apple keine Markenrechte verletzt habe, da es sich bei Ciscos iPhone um ein VoIP-Telefon handele und bei Apples iPhone um ein Handy. "Es sind unterschiedliche Produkte", so Apples Vizepräsident Greg Joswiak.

Markenrechts-Anwalt Allonn Levy von Hopkins & Carley in San Jose sieht die Angelegenheit nicht so eindeutig. Denn wenn Apple wirklich Gespräche mit Cisco über die Lizenzierung des Namens geführt hat, wäre es ein "gefährlicher Schritt", den Namen zu nutzen, obwohl noch keine Vereinbarung erzielt worden ist. Levy: "Dies könnte als vorsätzliche Markenrechtsverletzung angesehen werden."

Dass der Fall tatsächlich vor Gericht verhandelt wird, ist aber wohl recht unwahrscheinlich. Nach Levys Meinung könnte die Klage von Cisco auch der Versuch sein, Apple unter Druck zu setzen, in Sachen Lizenzierung des Namens zu einer Einigung zu kommen.

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