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Ägyptische Polizei jagt Homosexuelle via Dating-Apps

12.09.2014 | 05:04 Uhr |

Die Ägyptische Polizei nutzt angeblich Dating-Apps wie Grindr, um Jagd auf Homosexuelle zu machen.

Dating-Apps wie Grindr könnten sich in Ägypten zu einer ernstzunehmenden Gefahr für die Schwulen- und Lesben-Szene entwickeln. Wie das ägyptische Online-Magazin CairoScene von Quellen aus der Szene erfahren haben will, nutzen Spione der Regierung entsprechende Anwendungen, um Homosexuelle auf frischer Tat zu ertappen.

Den Angaben zufolge habe es in den vergangenen Monaten vermehrt Festnahmen gegeben, die die CairoScene-Quelle mit Grindr und Co. in Verbindung bringt. Die Behörden würden die Dating-Apps einsetzen, um den Aufenthaltsort der Homosexuellen bis auf wenige hundert Meter genau zu bestimmen. Persönliche Angaben und Profilfotos würden es den Polizisten noch einfacher machen, die Zielpersonen zu finden.

Das Magazin Gay Egypt warnt Nutzer von Dating-Apps in einem aktuellen Artikel, keine persönlichen Details in derartigen Netzwerken preiszugeben. In einem Land wie Ägypten sei dies „sehr dumm“. Grindr wurde von den Behörden im Iran bereits auf ähnliche Weise eingesetzt. Dort wurden über die Daten der Dating-App mehr als 200 Schwule und Lesben ausfindig gemacht.

Obwohl in Ägypten in dieser Woche angeblich die erste homosexuelle Hochzeit gefeiert wurde, hat der Staat sein Vorgehen gegen die Szene verschärft. Mehrere hundert Paare wurden verhaftet und wegen „unanständigen Benehmens“ angezeigt.

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