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Open Source Software als Adware-Paket

08.06.2010 | 08:45 Uhr |

Ein Adware-Hersteller missbraucht Open Source Software wie den VLC Player, um Werbeprogramme unters Volk zu bringen. Unter diesen finden sich auch alte Bekannte wie Hotbar.

Wer gedacht hat, die Zeiten von Adware seien endgültig vorbei, hat sich offenbar getäuscht. Ein Jahr nach der Übernahme von Zango durch die Firma Blinkx PLC bringt deren Tochter Pinball Corp. eine neue Variante der Adware-Verbreitung hervor. Sie bündelt Open Source Software wie den VLC Player in einem neuen Installer mit Adware.

Craig Schmugar berichtet im McAfee Avert Blog über die neueste Entwicklung beim Adware-Vertrieb. Wurden früher kommerzielle Programme zwecks Finanzierung mit Adware kombiniert, dient Pinball heute quelloffene Software wie VLC Player, Vuze oder Audacity als Köder zur Verbreitung von Adware. Pinball bastelt einen neuen, digital signierten Installer für das Paket, das zum Beispiel als "VLCSetup.exe" verbreitet wird.

Angetrieben wird diese Verbreitung durch das übliche Geschäftsmodell: ein Partnerprogramm verspricht Helfershelfern (Affiliates), die das Adware-Paket verteilen, Provisionen pro PC, auf dem die Software installiert wird. Diese Vertriebspartner nutzen etwa vorgebliche Video-Links bei Facebook, um das Adware-Paket unter die Leute zu bringen.

Wer ein solches Paket herunter lädt und das Setup-Programm startet, handelt sich Programme wie Hotbar, ShopperReports und Blinkx Video Screensaver ein. Lassen sich die zwei zuletzt genannten Ärgernisse vor der Installation abwählen, wird Hotbar sogar dann installiert, wenn man das Setup-Programm abbricht. Gänzlich ohne Hinweis wird beim Fortsetzen der Installation auch noch die Search Toolbar installiert.

Besser bedient wird, wer sich Gratis-Software, namentlich Open Source Software, nur aus seriösen Quellen besorgt.

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