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Adobe goes Cloud goes iPad

19.06.2014 | 10:15 Uhr |

Adobe haut jede Menge Updates, ein neues Bundle für Fotografen, neue Apps für iPad und iPhone raus und verkauft zum ersten Mal Hardware.

Hier unsere Zusammenfassung der Neuheiten aus dem Keynote-Ticker :

Nachdem Adobe CEO Shantanu Narayen als erster die Bühne betritt, bestreitet den Hauptteil der Präsentation David Whadwani, Kopf hinter Adobes digitaler Strategie. "Wir waren in den letzten Jahren sehr auf Mobile, Social und Cloud fixiert - aus gutem Grund." Laut Wadhwani hat sich die Art wie wir Content konsumieren extrem verändert. 10x mehr Nutzer gibt es in sozialen Netzen, 250x mehr sind in Cloudspeicher unterwegs. Magazine integrieren live Feeds, Consumer Apps sind auf Tablets und Smartphones präsent, deren Inhalt wiederum per Social Kanälen verteilt wird.

"Designer sind heute ganz vorn mit dabei." Die Geschwindigkeit in der sich die Industrie verändert ist größer geworden. In den letzten 5 Jahren hat sich laut Adobe mehr verändert als in den 50 Jahren davor. Fotografen, Videoproduzenten müssen heute wesentlich offener, über den Tellerrand denken. Aber: Die Kreativen mögen das neue Tempo der Veränderung laut der Umfrage von Adobe, sind aber gezwungen schneller zu gestalten denn je.

Premiere

Ein Fokus der neuen Version soll auf Produktivität sein. "Color Grading ist sehr Render-intensiv", so Produktmanager Jason Levine. "Wir haben mit Direct Link schon den Aufwand verringert" Jetzt ist es möglich eine Farboptik von einer Bildvorlage auf einen Videoclip anzuwenden. Und die Korrektur ist automatisch auf verknüpfte Subclips anwendbar. Ohne Rendering in 2K oder 4K auflösung. Das Feature sieht nach einer großen Zeitersparnis aus, da sie viele Rendervorgänge sparen kann.

"Wir haben einiges der After Effect Technologien in Premiere übernommen". So können Trackings auch für einen Effekt wie einen Unschärfefilter übernommen werden. In After Effects ist das Handling mit mehreren Masken deutlich einfacher geworden.

Dank neuer GPU-Beschleunigung soll die Arbeit mit 2K und 4K Material sehr viel einfacher werden. "Wir haben es nativ seit dem Anfang unterstützt, daher haben wir viel Erfahrung damit," so Levine.

Photoshop installiert fehlende Schriften

Produktivität, 3D Workflows und Webdesign ohne Coding soll neue Möglichkeiten für Designers eröffnen. Jetzt kommen die Neuheiten in Photoshop CC. Die neue Version zeigt bei nicht-installierten Schriften einen "Missing Fonts Dialog", der automatisch erkennt welche Schriften nicht im System installiert sind. Mit einem Klick kann der Designer per Typekit alle fehlenden Schriften nachinstallieren. Wadhwani betont dass die tausenden Schriften in Typekit rund 40.000 Dollar kosten würden, wenn man sie einzeln kaufen würde. Die Typekit Lizenzen sind im Creative Cloud-Abo enthalten.

Die schon in der letzten Version Anfang des Jahres eingeführten Smart Objects wurden ausgebaut. Im Demo wird gezeigt wie ein Illustrator-File aktualisiert wird, das mit der Photoshop-Datei verknüpft ist.

Es gibt künftig nicht nur 1000e Fonts im CC-Abo, sondern im neuen Creative Cloud Market auch Vektorobjekte, die frei verwendet werden können. Die Cliparts sind über die CC-Desktop App jederzeit griffbereit und die Anzahl soll stetig wachsen.Neues Focus Area-Maskierungswerkzeug. Damit sind bisher aufwändige Auswahlbereiche in Sekundenschnelle möglich.

Produktivität, Produktivität, Produktivität

In einem Video werden weitere Produktivitätfeatures gezeigt, zb. Layer Comps in Photoshop, in Illustrator können Vektorobjekte leichter umgewandelt oder umgeformt werden. In Indesign soll das Tabellenhandling sehr viel einfacher werden. In Dreamweaver können HTML-Strukturen sehr viel einfacher in einer neuen Palette dargestellt und schneller editiert werden. Die neue Version soll mit noch viel mehr Features kommen, die die Produktivität wesentlich steigern sollen.

Neue 3D-Workflows

3D-Dateiformate können in Photoshop importiert werden und in die richtige Perspektive gerückt werden. So können auch Lichtquellen positioniert werden. Designer müssen so nicht mehr zeichnen sondern können Beleuchtung und Reflexionen automatisch erzeugen - direkt auf dem 3D-Objekt. Vor allem bei Änderungen sollen Designer so flexibler bleiben, weil die Szene einfach nur neu gerendert werden muss. Filter wie Unschärfen können in wenigen Sekunden in den Hintergrund oder auf das 3D-Modell positioniert werden. Sieht sehr cool aus und sehr praktisch, da heute viele Designs mit 3D-Modellen statt Produktfotos entstehen.

3D-Logos können einfach im 2D-Modus durch Zeichnen verändert werden. Das Modell aktualisiert sich automatisch. Sieht wieder nach viel gesparter Zeit aus. Seit Anfang des Jahres können Modelle direkt aus Photoshop an 3D-Drucker oder Dienste wie Shapeways.com geschickt werden.

Adobe Muse

Schon zwei Jahren kam Adobe Muse heraus. Von einem kleinen Pilotprojekt hat es sich laut Wadhwani zu einem großen Erfolg entwickelt. Mit Muse sollen Designer die Einfachheit und Freiheit genießen, die sie von anderen Umgebungen kennen. Im Demo zeigt Adobe wie Navigationen einfach in einem Flußdiagramm umgezeigt werden. Ohne HTML und CSS können in den Seiten Rechtecke gezeichnet und gefärbt, Logos platziert werden. Menüs können einfach als Widget per Drag and Drop eingefügt werden. In ein paar Minuten entsteht von Null eine Website. Genau so leicht gehen Animationen oder Vollbild-Diashows mit HTML 5: Einfach Elemente auswählen und Widget auswählen - fertig.

Versionen der Diashow für Tablets und Smartphones gehen mit Muse fast vollautomatisch, da die Widgets in Muse gerätespezifisch arbeiten können. So reicht in der Smartphone-Version ein Klick auf die Telefonnummer um sie anzurufen, der Hyperlink wird automatisch angepasst. Muse-Websites können jetzt von überall, direkt im Browser aktualisiert werden. Designer müssen sich nur einloggen und können dann direkt im Browser Bilder verändern, Texte aktualisieren usw. So können Websites von überall gepflegt werden ohne sich mit komplexen Redaktionssystemen abmühen zu müssen. Das dürfte viele Designer begeistern.

Lightroom kommt aufs iPhone

Terry White zeigt die Neuheiten für die Fotografen. Mit einem Klick können in Lightroom die Fotos mit "Smart Previews" (ohne RAW-Dateien) mit dem iPad synchronisieren. Da die niedrig aufgelösten Dateien genutzt werden, können die Sammlungen auf dem iPad gesichtet, bewertet und zurück zum Desktop synchronisiert werden.
Auf dem iPad können jetzt auch Farbkorrekturen ausgeführt und gesynct werden. Die Änderungen sind non-destruktiv und mobil arbeitet die gleiche Technologie wie auf dem Desktop.
Jetzt zeigt White, dass genau das gleiche auch auf dem iPhone mit der neuen Lightroom für iPhone-App möglich ist. Die Änderungen werden per Creative Cloud auf den Desktop übertragen. Cool!

Photoshop CC, Lightroom Desktop (Mobile und Web) sind jetzt dauerhaft als Creative Cloud Photography-Plan verfügbar für 9,99 Dollar im Monat.

Neue Apps fürs iPad

Jetzt kommt eine Reihe neuer mobiler Apps. Den Anfang macht Adobe Sketch, eine komplett neue App zum Freihand-Zeichnen.
Zeichnungen können mit Behance und anderen sozialen Netzen geteilt werden. Behance soll aktuell 3 Million Nutzer haben. Per Behance können bei Zeichnungen zum Beispiel Kunden oder Kollegen per Push-Benachrichtigung auf dem Laufenden bei Änderung bleiben.
Zeichnen und die Werkzeuge erinnern an Bleistift und Copy-Marker, die typischen Werkzeuge für Entwurf. Mit der App können die Farben aber digital ineinander gemischt werden. Mit Gesten können Änderungen rückgängig gemacht werden, ein weiterer Vorteil der digitalen Welt. Alles kann in Sketch rückgängig gemacht werden.
Der Share Button lädt dann direkt auf Behance, Facebook, Twitter & Co. Beim Zeichnen können Kommentare zur Zeichnung gelesen und beantwortet werden.
Zudem ist die mobile App der Startpunkt für Photoshop, Illustrator und Co. Die Skizzen können direkt per Creative Cloud an die Desktop Programme zum Verfeinern übergeben werden.

Hardware von Adobe: Stift und Lineal fürs iPad

Darauf haben alle gewartet: Vor einem Jahr zeigte Adobe auf der Max die Prototypen Mighty & Napoleon. Jetzt stellt sich die Frage was daraus geworden ist und: Tatsächlich Ink und Slide heißen die neuen Produkte, die jetzt anscheinend wirklich als Hardware-Erweiterung zu den neuen Apps auf den Markt kommen. Darauf haben viele gehofft! Ink und Slide sind per Bluetooth mit dem iPad verbunden. Mit der neuen Adobe Line-App gelingen präzise Linienzeichnungen im Handumdrehen. Wenn man auf den Knopf des Lineals drückt können verschiedene Formen wie Kreise aufgerufen werden. Mit druckempfindlichen Strichen, die per Ink gezeichnet werden können die Formen verfeinert werden.
Cool: Nutzer ohne Slide können auch mit der Software-Version "Touch-Slide" mit ähnlichen Funktionen präzise Linien zeichnen. Vor allem perspektivische Zeichnungen sehen mit den Werkzeugen supereinfach aus.
Mit Ink können verschiedene Pinselstriche oder sogar Kuler-Farbschemen aus der Creative Cloud geladen werden. Wer sich bisher gefragt hat, wo die Cloud-Anbindung der neuen Hardware liegen soll, hier ist die Antwor Ink und Slide sind auf Adobe.com ab sofort für 199 Dollar verfügbar. Offen bleibt noch die Frage wann die Hardware in Europa zu haben sein wird.

Photoshop Mix

Farbkorrekturen und Montagen sollen jetzt auch mobil möglich sein. Mit der neuen Mix App können Effekte, Masken und Korrekturen unterwegs auf dem iPad erledigt werden. Die Korrekturen und Auswahlbereiche sind non-destruktiv. Aufwändige Funktionen wie inhaltsbezogene Füllung oder Bildstabilisierung sind mit Mix und der Cloud-Verbindung auch mobil verfügbar.
Einzelne Ebenen können per Creative Cloud aus PSD-Dateien in die App geladen werden. Dass PSD-Dateien unterwegs auf einem Gerät wie dem iPad genutzt werden können war vorher unmöglich, was der Adobe CEO besonders betont.

Creative SDK

Ein neues Entwicklerkit und APIs sollen die Arbeit von Drittanbieter ermöglichen. So können Entwickler eigene Apps gestalten die eine Zusammenarbeit zwischen Desktop und Mobile vereinfachen. Jeder Designer kann jetzt mit einer Creative Identity, einem persönlichen Profil, Fonts, Farbschemen und vieles mehr geräteübergreifend immer dabei haben. Bei der Identität kommen alle Komponenten der Creative Cloud ins Spiel: Kontakte auf Behance, Assets, Schriften auf Typekit und vieles mehr. So kann per Webbrowser die persönliche Sammlung an Ressourcen immer dabei sein.

Fazit

Unser erstes Fazit: Adobe hat viele spannende Neuheiten im Ärmel! Dank Cloud wächst alles zusammen und durch die Anbindung der Tools und Funktionen an Services zeigt sich was mit dem Cloud-Modell alles möglich ist. Auch die Öffnung für Drittentwickler wie neue Hardware klingt hochinteressant.

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