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Adobe/Macromedia: Ein ebenbürtiger Rivale für Microsoft?

25.04.2005 | 12:41 Uhr |

Bisher hat Microsoft keinen Konkurrenten auf Augenhöhe. Das könnte sich durch den Zusammenschluss von Adobe und Macromedia aber ändern. Hat Bill Gates Anlass zur Sorge?

Adobe kauft Macromedia ( die PC-WELT berichtete ): Die Elefantenhochzeit regt die Phantasien der Marktbeobachter an. Entsteht durch den Zusammenschluss der beiden Multimedia-Unternehmen ein ernsthafter Rivale für das bisher übermächtige Microsoft?

Durch das Zusammengehen kommt die weit verbreitete Adobe-Familie mit dem plattformübergreifenden PDF-Format unter ein Dach mit Flash, einer im Web weit verbreiteten Software zur Erstellung interaktiver Websites. Auch die übrigen Produkte der beiden Unternehmen ergänzen sich gut: Photoshop und Illustrator von Adobe sowie Macromedias Freehand und Dreamweaver.

Gerade die Weiterentwicklung von Flash könnte Adobe in die Lage versetzten, bei multimedialem Content Microsoft mit seinem Media Player Paroli zu bieten. Ähnlich sehen Analysten das Potenzial von Macromedias Coldfusion-System. Einige Marktbeobachter sehen Adobes künftige Produkte, die aus den Synergien des Zusammenschlusses entstehen, bereits als Longhorn-Killer.

Doch all das ist noch Zukunftsmusik. Zunächst einmal wartet die Entwicklerszene gespannt darauf, welche Software den Zusammenschluss überlebt. Denn innerhalb des neuen Großkonzerns gibt es durchaus Dubletten: Macromedias Dreamweaver und Adobes Golive sowie Freehand und Illustrator. Mit einer Entscheidung hierüber ist aber erst nach Abschluss der Übernahme zu rechnen.

Stellt sich noch die Frage, ob die Behörden kartellrechtliche Bedenken gegen den Zusammenschluss geltend machen könnten. Adobes Finanzvorstand Murray Demo sieht diese Gefahr nicht und verweist auf die Konkurrenz durch Coreldraw und diverse Opensource-Programme wie Karbon14 als Bestandteil der Linuxoberfläche KDE.

Adobe schluckt Macromedia (PC-WELT Online, 18.04.2005)

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