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Gestohlene Notebooks mit Freeware-Tool aufspüren

15.07.2008 | 09:45 Uhr |

Um Ihr Notebook gegen Diebstahl oder Datenverlust zu sichern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise können Sie es anketten oder zumindest alle Daten verschlüsseln. Doch für den Fall, dass es tatsächlich gestohlen wird, haben Forscher aus den USA mit Adeona einen neuen kostenlosen Trackingservice vorgestellt, mit dem man das verloren gegangene Laptop wieder aufspüren kann.

Adeona heißt eine quelloffene und kostenlose Software, mit der man die Spur eines gestohlenen Notebooks verfolgen kann. Die nach einer römischen Gottheit benannte Software wurde von Forschern der Universität Washington und der Universität von San Diego entwickelt.

Der Notebook-Besitzer lädt sich Adeona auf sein Laptop herunter und installiert dann das Programm auf die für sein Betriebssystem zutreffende Art. Für Linux ist Adeona als Quellcode erhältlich, Windows- und MacOS-Nutzer können sich fertige Installer vom Server ziehen . Für alle diese drei Betriebssysteme stehen Anleitungen zur Verfügung, so dass die Installation in jedem Fall kein Problem sein sollte.

Einmal gestartet versendet Adeona an den Server anonym und verschlüsselt Meldungen über den "Standort" des Notebooks - standardmäßig alle 30 Minuten. Wenn der Fall der Fälle eintritt und das Notebook tatsächlich abhanden kommt, dann lädt sich der Besitzer ein anderes Programm auf einen anderen PC herunter, gibt dort seinen Nutzernamen und sein Passwort ein und bekommt danach Zugang zu den Informationen, die Adeona von dem gestohlenen Notebook aus an den OpenDHT-Server geschickt hat und noch immer schickt. Bei MacOS kommt stattdessen isightcapture zum Einsatz. Speziell bei Mac-Notebooks gibt es noch einen zusätzlichen Service: Die Software schießt nämlich mit der ins Macbook integrierten Webcam ein Foto desjenigen, der vor dem Notebook sitzt und schickt das ebenfalls an den Server. Schlimmer kann es für einen Dieb nicht mehr kommen.

Natürlich kann Adeona weder die exakte Postanschrift noch die Telefonnummer des Diebes nennen. Doch die Software übermittelt die IP-Adressen und Routerinformationen, unter denen er sich einwählt. Damit kann die Polizei den Standort des Diebes ausfindig machen. Das klappt natürlich nur, so lange das Notebook eine Verbindung mit dem Internet herstellt und wenn der Dieb Adeona nicht entdeckt und entfernt. Letzteres ist für technisch versierte Anwender relativ einfach möglich, weil man lediglich den laufenden Prozess von Adeona finden muss. Unter Linux geht das schnell und unkompliziert auf der Kommandozeile mit der gewohnten Kombination aus den Befehlen "ps aux" und "grep", unter Windows nutzt man am besten den Task-Manager. Somit eignet sich Adeona eher dafür, Gelegenheits-Dieben das Handwerk zu legen, Profis können Adeona dagegen leicht aushebeln.

Das Open-Source-Projekt Adeona tritt in Konkurrenz zu ähnlichen, bereits existierenden kommerziellen Projekten, die allerdings nicht quelloffen sind und bei denen man somit nicht genau weiß, was die Programme alles machen und wer die gewonnen Daten alles nutzt.

Die Entwickler von Adeona hoffen, dass die Software von anderen Programmierern als Open-Source-Projekt angenommen und weiter entwickelt wird. Sie denken dabei zum Beispiel an GPS-Funktionalität, damit die Position eines gestohlenen Notebooks noch schneller festgestellt werden kann.

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