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Adblock Plus verkauft nun Werbeplätze

13.09.2016 | 15:33 Uhr |

Die Macher von Adblock Plus bieten nun den Verkauf von Werbeplätzen an, die selbst bei aktiviertem Werbefilter angezeigt werden.

Über 100 Millionen Nutzer verwenden Adblock Plus der deutschen Eyeo GmbH. Das Tool blockiert die Anzeige von "nerviger Werbung", wie es die Macher ausdrücken. Über die am Dienstag als Beta gestartete Acceptable-ds-Plattform können nun Website-Betreiber Werbeplätze für "akzeptable Werbung" kaufen, um diese dann auf ihrer Website platzieren zu können. Diese Werbung darf dann den Adblock-Plus-Filter passieren und wird damit auch den Nutzern angezeigt.

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Über Acceptable Ads dürfen nun Werbeplätze gebucht werden, die die von den Adblock-Plus-Machern hier erläuterten Kritieren für  "akzeptable Werbung in Adblock Plus" erfüllen. Besucht der Adblock-Plus-Nutzer eine Website, die solche Werbeplätze bei Acceptable Ads gebucht hat, dann werden statt der "normalen" Werbung, die ohnehin von Adblock Plus blockiert wird, das oder die "akzeptable(n)" Werbeelemente angezeigt.

Bisher mussten Website-Betreiber direkt mit den Adblock-Plus-Betreibern zusammenarbeiten (und auch dafür zahlen), um mit "akzeptabler" Werbung in die Whitelist von Adblock Plus zu gelangen. Über den Acceptable-Ads-Marktplatz wird dieses Prozedere nun deutlich erleichtert. Der neue Marktplatz, so die Eyeo GmbH in ihrer Mitteilung, soll Publishern dabei helfen, ihren Nutzern, die den Werbeblocker verwenden, eine" alternative, weniger aufdringliche Erfahrung" mit Werbeanzeigen anzubieten. Dauerte die Aufnahme von "akzeptabler" Werbung in die Whitelist bisher einige Wochen, so verringere sich nun die Zeit auf einige Sekunden.

In Adblock Plus können die Nutzer zwar auch die Anzeige "akzeptabler" Werbung deaktivieren. Die große Mehrheit (etwa 90 Prozent), so verrät die Eyeo GmbH, tue dies nicht, betreibt also letztendlich Adblock Plus in den Standard-Einstellungen.

80 Prozent aller Werbeeinnahmen über Acceptable Ads gehen an die Publisher, die die Werbeplätze buchen. Die restlichen 20 Prozent teilen sich die an Acceptable Ads beteiligten Parteien auf. Davon erhalten die Adblock-Plus-Macher rund 30 Prozent. Zu den beteiligten Parteien gehört das Unternehmen Combotag, das den "Tag" bereitstellt, den die Website-Betreiber für das Whitelisting ihrer kompletten Website in ihren Website-Code integrieren müssen.

Abzuwarten bleibt, ob und wie viele Publisher an der neuen Plattform für Werbeanzeigen überhaupt Interesse zeigen werden. Letztendlich positionieren sich die Adblock-Plus-Macher damit verstärkt als "Türsteher" zwischen Nutzern und Websites und wollen an den Werbeeinnahmen der Website-Betreiber mitverdienen.

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