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Achtung, Spotify wird zur Datenkrake dank neuer AGB

21.08.2015 | 09:29 Uhr |

Wo sind Sie gerade? Welche Fotos sind auf Ihrem Smartphone gespeichert? Spotify wird mit den neuen AGB richtig neugierig.

Musik-Dienste wie Spotify, Deezer und Apple Music erfreuen sich großer Beliebtheit - man kann sie (eingeschränkt) sogar gratis genießen. Offenbar sind sich auch die großen Anbieter ihrer Marktmacht bewusst. Spotify hat nun Änderungen seiner AGB vorgestellt, die sich für den Nutzer wenig erfreulich lesen. Im Folgenden finden Sie einige besonders fragwürdige Passagen der neuen AGB, samt unserer Übersetzung, die ab dem 19. August 2015 gelten:

"With your permission, we may collect information stored on your mobile device, such as contacts, photos, or media files"

Auf Deutsch: Mit Ihrer Erlaubnis dürfen wir auf Ihrem Smartphone gespeicherte Daten sammeln - etwa Kontakte, Fotos oder andere Medien.

Warum will Spotify, ein Musik-Streaming-Dienst, Zugriff auf meine Fotos und Videos haben? Und was macht Spotify mit meinen Kontaktdaten - werden Sie für Werbung missbraucht? Auch die nächste Passage sorgt für Stirnrunzeln:

"Depending on the type of device that you use to interact with the Service and your settings, we may also collect information about your location based on, for example, your phone’s GPS location or other forms of locating mobile devices (e.g., Bluetooth). We may also collect sensor data (e.g., data about the speed of your movements, such as whether you are running, walking, or in transit)."

Auf Deutsch: Abhängig vom Typ Ihres Geräts, das Sie für Spotify nutzen, dürfen wir auch Daten über Ihren Aufenthaltsort sammeln. Die Daten können beispielsweise per GPS oder anderen Lokalisierungs-Techniken gesammelt werden - etwa Bluetooth. Außerdem dürfen wir Daten aus den Smartphone-Sensoren sammeln, die etwa Aufschluss über Ihre Bewegungen und die Geschwindigkeit geben, mit der Sie sich fortbewegen (Rennen oder Gehen zum Beispiel).

Fotos, GPS-Daten, Kontakte - da ist das Schnüffeln in sozialen Netzwerken schon keine große Überraschung mehr:

"You may integrate your Spotify account with Third Party Applications. If you do, we may receive similar information related to your interactions with the Service on the Third Party Application, as well as information about your publicly available activity on the Third Party Application. This includes, for example, your “Like”s and posts on Facebook."

Auf Deutsch: Sie können Ihren Spotify-Account in die Anwendungen Dritter einbinden. Wenn Sie das tun, dürfen wir vergleichbare Informationen, die mit Spotify zusammenhängen, aus diesen dritten Anwendungen sammeln. Das gilt auch für Daten aus den Anwendungen Dritter, die öffentlich einsehbar sind. Das schließt zum Beispiel Ihre "Gefällt mir"-Klicks und Postings auf Facebook ein.

Was kann ich gegen die neuen Spotify-AGB tun?

Als einzige Option bleibt die Kündigung des Dienstes. Eine Abstufung sieht Spotify nicht vor. Wer gar nicht auf Spotify verzichten mag, kann maximal auf die Einbindung auf Facebook und in andere Dienste verzichten, um wenigstens diese Daten für sich zu behalten. Oder er schaut sich nach einer anderen Musik-Streaming-Lösung um .

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