5686

Achtung: Auch bei Mails zählen gute Manieren

Ein Doppelpunkt als Augen, ein Bindestrich ergibt die Nase. Für den Mund muss die Taste für "Klammer auf" oder "Klammer zu" herhalten. Wer schon mehr als eine Mail geschrieben hat, weiß, dass sich mit der Tastatur Gefühle ausdrücken lassen. Dass man es mit "Emoticons" auch übertreiben kann, hat sich aber noch nicht überall herumgesprochen. Auch andere Standards sind vielen unbekannt - oft ein Ärgernis für die Empfänger. Vor allem bei geschäftlichen Mails heißt es, auf die Form zu achten und gute Manieren zu beweisen.

Ob es sinnvoll sei, in die Betreffzeile einer Mail "Hello" oder "Read this!" zu schreiben, ist die rhetorische Frage von Bastian Sick, Autor der sprachkritischen Kolumne "Zwiebelfisch" auf der Spiegel Online-Website . "Die Betreffzeile sollte erstmal überhaupt benutzt werden", sagt Wilfried Schütte vom Institut für Deutsche Sprache in Mannheim. "Kriege ich eine Mail ohne Betreffzeile mit unbekanntem Absender, dann habe ich unter Umständen gleich einen Spam-Verdacht."

Außerdem stellen wenig aussagekräftige oder leere Betreffzeilen Nutzer, die viele Mails bekommen und sie nach Dringlichkeit in einer bestimmten Reihenfolge abarbeiten müssen, vor Organisationsprobleme. "Daher ist es sinnvoll, die kommunikative Absicht zu nennen, zum Beispiel "Frage zu:" und dann das jeweilige Thema", erklärt Schütte.

Behalten zwei Nutzer bei längeren Mail-Wechseln den Betreff bei, entstehen "Re: AW: RE: AW:"-Konstruktionen - unschön zwar, aber nicht verpönt: "Mehrere "Re's" sind durchaus möglich, solange es um ein und dasselbe Thema geht", sagt Ralf Böhm vom Zentrum für Kommunikation und Informationsverarbeitung der Fachschule Magdeburg-Stendal (FH).

0 Kommentare zu diesem Artikel
5686