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Gefälschte Anwalts-Mails wg. Urheberrechtsverletzung

20.10.2010 | 16:31 Uhr |

In Spam-artig verbreiteten Mails wird den Empfängern vorgeworfen, sie hätten illegal Dateien herunter geladen und auch selbst zum Download angeboten. Die Mails kommen vorgeblich von einem Rechtsanwalt Giese im Auftrag von Videorama.

Die Bauernfänger spammen wieder - zum wiederholten Mal versenden sie gefälschte Anwalts-Mails, in denen den Empfängern angebliche Urheberrechtsverletzungen vorgehalten werden. Die vorgeblich von der Kanzlei Giese aus Hamburg stammenden Mails fordern 100 Euro Schadensersatz, dann würde das angeblich anhängige Strafverfahren eingestellt.

Die Mails kommen mit einem Betreff wie "Ermittlungsverfahren Urheberrechtsverletzung", "Ermittlungsverfahren gg. Sie" oder "Ermittlungsverfahren 230 Js 413/10 Sta Stuttgart" sowie falschen Absenderangaben. Die Domain rechtsanwalt-giese.info , die in den Mails für Web-Links und Mail-Adressen verwendet wird, gehört nicht zur Kanzlei Giese. Sie ist erst am 13. Oktober 2010 auf einen Strohmann mit Adresse in Moskau registriert worden. Sie wurde mittlerweile gelöscht.

In den Mails heißt es, die Angeschriebenen hätten "musikalische Stucke (mp3)" herunter geladen und zum Download angeboten. In allen vorliegenden Exemplaren ist die selbe IP-Adresse (84.190.31.155) angegeben, auch die Zahl der Dateien ist stets gleich. Ferner heißt es, es sei "bei der zustandigen Staatsanwaltschaft am Firmensitz unseres Mandanten" (der Firma Videorama in Essen) Strafanzeige gestellt worden. Im Aktenzeichen ist jedoch die Staatsanwaltschaft Stuttgart angegeben.

Die Empfänger werden aufgefordert einen "Schadensersatzanspruch von 100 Euro" mit einer anonym zu erwerbenden UKASH-Karte zu bezahlen. Die 19-stellige PIN dieser Karte sollen sie per Mail an die Adresse des Anwalts senden.

Der Hamburger Rechtsanwalt Florian Giese weist auf seiner echten Website darauf hin, dass diese Mails nicht von ihm stammen. Er teilt ferner mit, dass bereits Anzeige erstattet worden ist und die Kripo Hamburg ermittelt. Es lägen hinreichende Beweismittel vor, sodass Betroffene gebeten werden von Anrufen und Mails abzusehen. Wer bereits gezahlt habe, möge Strafanzeige bei der örtlichen Polizei erstatten. Andernfalls sollten die Spam-Mails einfach gelöscht werden.

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