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AMD plant keine speziellen Netbook-CPUs

11.08.2008 | 15:17 Uhr |

Asustek hat den Markt der Netbooks mit dem EEE PC sozusagen im Alleingang geschaffen, unzählige Notebook-Hersteller zogen oder ziehen nach. Intel hat für diese neuen Notebook-Winzlinge sogar eine eigene Prozessorenfamilie aus dem Boden gestampft: Die Atom-Prozessoren. Doch AMD plant derzeit kein direktes Konkurrenzmodell zu den Atom-CPUs. Stattdessen will man erst einmal die Marktentwicklung beobachten.

Netbooks, Mini-PCs, Mobile Internet Devices (MIDs) oder Ultra Mobile PC sind allesamt Bezeichnungen für eine noch junge Produktfamilie, die sich durch knappe Hardwareressourcen und einen niedrigen Preis auszeichnet. Oftmals kommt auf diesen Geräten auch (ein angepasstes) Linux als Betriebssystem zum Einsatz, Microsoft wiederum hat für diese PC-/Notebook-Kategorie sogar eigens die Lebenszeit von Windows XP verlängert. Intel hat mit der Atom-Plattform zudem neue CPUs auf den Markt gebracht, die speziell auf diese Netbooks zugeschnitten sind und bei möglichst wenig Stromverbrauch maximale Leistung ermöglichen sollen. Es gibt also genügend Gründe für AMD, diesen Markt genau zu beobachten. Doch bis auf weiteres will es AMD beim "Beobachten" belassen.

AMD habe nach eigenen Angaben keine konkreten Pläne für einen für Netbooks optimierten Prozessor. Das mit Intel im harten Wettbewerb stehende Unternehmen wolle zunächst einmal die Entwicklung dieses noch jungen Marktsegments abwarten. Vor allem sind die AMD-Leute gespannt darauf, ob der Zuwachs bei den Netbook-Verkäufen auf Kosten der konventionellen, größer dimensionierten und höherpreisigen Notebooks geht. Sprich: Ob die Netbooks die Notebooks/Laptops kannibalisieren. Also greift AMD erstmal zur Abwarten-und-Tee-trinken-Strategie. Dabei sieht sich AMD aber in guter Gesellschaft, denn wenn man dem Chip-Giganten glauben will, betrachten die gesamte Notebook-Branche die Entwicklung des Netbook-Marktes mit Sorge. Wenn nämlich die preisgünstigeren Netbooks den höherpreisigen Laptops Marktanteile abnehmen, schrumpfen die Gewinne der Hersteller.

Dieses Problem trifft auch Intel, falls die steigenden Atom-Absätze auf Kosten der Verkäufe von normalen Notebook-CPUs gehen. Intel will aber genau das vermeiden, indem es die Leistungsfähigkeit der Atom-CPUs bewusst einschränkt. So würden sich Netbooks mit Atom-CPUs nicht wirklich dazu eignen, über längere Zeit Youtube-Videos abzuspielen.

Ganz ohne geeigneten Prozessor steht AMD allerdings derzeit nicht da. Einige der Netbooks und Mini-PCs wie beispielsweise der Rechner Nr.1 Manuscriptum setzen nämlich einen AMD Geode-Chip ein, der ebenfalls mit einem relativ kleinen Stromhunger glänzen kann. Direkt gegen den Atom-Prozessor von Intel ist der relativ leistungsschwache Geode allerdings nicht positioniert.

Langfristig will AMD immerhin seine gesamte CPU-Architektur auf stromsparende Prozessoren umstellen. Deren Codename lautet Bobcat. Doch mit Bobcats ist erst für das Jahr 2010 zu rechnen.

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