Absurd

Limewire soll $75 Billionen Schadensersatz zahlen

Montag den 28.03.2011 um 13:11 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

Nachdem die Tauschbörse Limewire den Streit gegen die Musikindustrie verloren hat, verlangt letztere nun die Zahlung eines horrend-hohen Schadensersatzes.
Die Tauschbörse Limewire hat im Kampf gegen die Musikindustrie den Kürzeren gezogen und wird dauerhaft die Pforten geschlossen lassen. Der Verband US-Musikindustrie RIAA verlangt nun von Limewire die Zahlung eines Schadensersatzes in Höhe von 75 Billionen US-Dollar. Die Summe ist so hoch, dass sogar die zuständige Bundesrichterin Kimba Wood die Forderung als "absurd" bezeichnete.

Zum Vergleich: Deutschland hatte 2008 ein Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 3,5 Billionen US-Dollar... Und das Bruttoinlandsprodukt der gesamten Welt liegt bei um die 62 Billionen US-Dollar. Letztendlich verlangt also die RIAA von Limewire mehr Geld als Schadensersatz zu zahlen, als auf der Welt existiert.

Limewire hatte bereits im Oktober 2010 geschlossen, nachdem Richterin Kimba Wood den Dienst verantwortlich für Urheberrechtsverletzungen im Mai 2010 gemacht hatte. Wie Law.com berichtet, verlangen die RIAA und die 13 Plattenfirmen, die Limewire aufgrund der Urheberrechtsverletzungen belangen, Schadensersatzzahlungen in Höhe von zwischen 400 Milliarden und 75 Billionen US-Dollar.

Die RIAA bezieht sich außerdem auf Artikel 504 des US-Urheberrechts Copyright Act und verlangt demnach Schadensersatz für jeden Download eines urheberrechtlich geschützten Werks und nicht pro Werk. Bisher wurden über 11.000 Songs entdeckt, die über Limewire illegal verbreitet worden sein sollen.  Jeder Songs soll mehrere tausend Mal heruntergeladen worden sein. Die RIAA ist der Meinung, dass sie für jeden einzelnen Download entschädigt werden sollte.

Dem widerspricht Richterin Kimba Wood in ihrer 14-seitigen Erklärung ( PDF ). Demnach könne der Kläger nur einen Schadensersatz pro Werk verlangen, dessen Urheberrecht verletzt wurde. Alles andere würde zu "absurden Ergebnissen" führen. Die Richterin führt weiter aus, dass nach den Forderungen der Kläger die verklagte Partei Schadensersatz über mehrere Millionen wenn nicht gar Milliarden US-Dollar leisten müsse. Aber all das ist für Limewire keine gute Nachricht, den laut der Richterin steht außer Frage, dass Limewire für die Urheberrechtsverletzungen von über 11.000 Werken verantwortlich gemacht werden könnte. Multipliziert mit jeweils über 150.000 US-Dollar ergäbe sich ein Schadensersatz von weit über 1 Milliarde US-Dollar.

Montag den 28.03.2011 um 13:11 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (3)
  • mike_kilo 15:45 | 28.03.2011

    aber wenn man bedenkt, dass in den USA (und vielleicht auch noch anderswo) die Milliarde unbekannt ist
    na ja, ist schon bekannt: 1 Milliarde= (US-engl. =1 "billion", 10^9)
    Die deutsche Billion ist ein falscher Freund der US-amerikanischen billion, die der deutschen Milliarde entspricht. Dies führt häufig zu Fehlübersetzungen, .....
    > [URL]http://de.wikipedia.org/wiki/Billion
    [FONT=Arial]RIAA Thinks LimeWire Owes $75 Trillion in Damages[/FONT]

    :spinner:
    in einer älteren Meldung vom 11.März 2011 heißt es aber >
    LimeWire: Schadensersatz auf maximal 1,5 Milliarden Dollar begrenzt ...
    > http://www.intern.de/internet-news/8966-limewire-schadensersatz-auf-maximal-15-milliarden-dollar-begrenzt.html

    Antwort schreiben
  • Scasi 15:33 | 28.03.2011

    ist vielleicht doch ernst gemeint:

    The music industry wants LimeWire to pay up to $75 trillion in damages after losing a copyright infringement claim. That's right . . . $75 trillion. ...
    http://www.pcworld.com/article/223431/riaa_thinks_limewire_owes_75_trillion_in_damages.html

    Antwort schreiben
  • opelasta 15:28 | 28.03.2011

    Auweia....

    ....kann es sein, dass da jemand nicht richtig recherchiert hat? :aua: 75 Billionen hört sich tatsächlich irrsinnig an, aber wenn man bedenkt, dass in den USA (und vielleicht auch noch anderswo) die Milliarde unbekannt ist (bei denen kommt nach der Million gleich die Billion), dann sind das bei uns gerade mal 75 Milliarden! Ist aber immer noch 'ne Menge Kohle
    Für Amerika ist das aber normal - da gehen die Anwälte immer mit astronomischen Beträgen von z.B. 100 Millionen ins Rennen, und dann trifft man sich irgendwo bei 20 Mios. Bei denen macht eine Schadenersatzklage viel mehr Spaß als in Deutschland.

    Antwort schreiben
815554