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Messen bekommen Finanzkrise zu spüren

09.02.2009 | 08:22 Uhr |

Immer mehr Messeveranstalter bekommen die Turbulenzen der Weltwirtschaft zu spüren. Vor allem Auto-Shows sind in Bedrängnis aber auch auf der Kölner Süßwarenmesse haben namhafte Aussteller wie Haribo und Wrigley abgesagt.

Wie groß die Probleme der verschiedenen Veranstalter sind, ist meist abhängig vom Branchenmix und Rhythmus der Veranstaltung. Vor allem Konsumgütermessen haben es momentan schwer. Andere Branchen können sich wiederum relativ gut behaupten, berichtet das Handelsblatt. Messeexperte Norbert Stoek von der Unternehmensberatung Roland Berger rechnet in der Messebranche mit einem Umsatzrückgang von 20 bis 30 Prozent und erwartet, dass die Krise heftiger ausfallen wird, als bisher gedacht.

Ganz so negativ blickt der deutsche Messeverband Auma nicht in die Zukunft. Die Vereinigung rechnet maximal mit einem Minus von fünf Prozent. Der Verband europäischer Messen erwartet, dass die Messebranche von den Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise erst etwas verspätet, nämlich im zweiten Halbjahr getroffen wird. Schon jetzt in der Krise stecken jedoch die Auto-Shows, bei denen die Absagen in ungekannte Höhen steigen, wie beispielsweise bei der Detroit Motor Show. Um ihr weiteres Bestehen bangen außerdem die Automessen in Tokio und Barcelona. Die IAA in Frankfurt spürt den Druck ebenfalls. Ein IAA-Sprecher meint jedoch, dass zwar ein Trend seitens der Hersteller bestehe, sich auf die wichtigsten Messen zu konzentrieren, die IAA aber zu diesen Veranstaltungen dazugehöre.

Ganz anders sieht die Lage auf der "Bau 2009" Messe in München aus, die vor kurzem zu Ende gegangen ist. Die Messe war nicht nur ausgebucht, sie kann dieses Jahr auch einen Besucherrekord verzeichnen. Erklärbar ist dies zum Teil dadurch, dass die Baubranche von zahlreichen Konjunkturprogrammen profitiert. Publikumsmessen wie "Boot" in Düsseldorf oder die Möbelmesse in Köln leiden jedoch unter Absagen zahlreicher Aussteller und ausgebliebenen Besuchern. Auch die österreichische IT-Messe "ITnT" konnte sich nicht vollkommen von der allgemeinen Wirtschaftslage abkoppeln. Über Lösungsstrategien wie verstärkter Internationalisierung oder Ausweitung des Serviceangebots wird bereits nachgedacht, bestätigt Köln Messe-Chef Gerald Böse. (pte)

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