683616

Wenn der Spammer zweimal klingelt

21.10.2010 | 15:25 Uhr |

Spam-Mails mit vermeintlichen Gewinnbenachrichtigungen nehmen derzeit stark zu. Es werden Gutscheine oder Sachpreise wie etwa ein iPad versprochen. Doch es handelt sich um eine Abo-Falle.

Auf vielen Web-Seiten begegnen dem fleißigen Internet-Nutzer Gewinnspiele oder Preisausschreiben, die verlockende Gewinne verheißen. In letzter Zeit werden derartige Gewinnspiele verstärkt auch mit Spam-Mails beworben. Was den oft sehr bunten Werbe-Seiten nicht anzusehen ist: hier lauert neuerdings eine Abo-Falle, bei der man auch noch angerufen wird.

Das Sicherheitsunternehmen G Data aus Bochum hat in den letzten Wochen einen mehr als deutlichen Anstieg der Zahl solcher Spam-Mails mit Gewinnversprechen verzeichnet. Im Grunde sind derartige Mails nicht neu, doch steckt heute etwas anderes dahinter. Es geht nicht mehr primär darum potenzielle Opfer auf Web-Seiten zu locken, die mit Malware gespickt sind.

Spam-Mail mit Gewinnversprechen
Vergrößern Spam-Mail mit Gewinnversprechen
© 2014

Die teils mit persönlicher Ansprache verfassten Mails versprechen zunächst attraktive Preise wie eBay-Gutscheine, iPads oder Notebooks, Autos, Fernseher oder Bargeld. Wer sich darauf einlässt, wird per Web-Link auf eine Seite geführt, auf der er sich mit Namen, Adresse und Telefonnummer registrieren muss, will er etwas gewinnen.
Bei einem von G Data durchgeführten Test klingelte bereits 30 Sekunden nach dem Ausfüllen des Web-Formulars das Telefon. Eine aufgezeichnete Ansage bat um die Verifizierung der eingegebenen Daten. Dazu sollte der Angerufene eine bestimmten Tastenfolge drücken und ein kurzes Gespräch mit einem Mitarbeiter eines Call-Centers führen.

Dann schnappt die Abo-Falle zu, denn nun hat der vermeintliche Gewinner ein teures Abonnement für Zeitschriften oder andere Medien am Hacken. Zu gewinnen gibt es hingegen wie immer nichts. Es ist zudem nicht auszuschließen, dass die eingegebenen persönlichen Daten für weitere Betrügereien genutzt oder von Adressenhändlern weiterverkauft werden. Es könnte also noch öfter klingeln.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollten Sie Mails mit Gewinnversprechungen komplett ignorieren und gleich löschen. Geben Sie Ihre Adresse und Telefonnummer im Internet nur an, wenn es nicht zu vermeiden ist, etwa beim Kauf in einem Online-Shop. Machen Sie immer nur die notwendigen Angaben ("Pflichtfelder"), lassen Sie andere Felder frei. Bei hartnäckigen Abzockern kann Ihnen oft die Verbraucherzentrale helfen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
683616