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Abmahnungen drohen weiteren Porno-Dienst-Nutzern

12.12.2013 | 11:34 Uhr |

Die Anwaltskanzlei U+C hat erklärt, dass die Abmahnwelle gegen tausende Nutzer des Porno-Portals Redtube nur der Anfang war. Zigtausende weitere Nutzer können demnach ebenfalls mit einer Abmahnung rechnen.

Ungefähr 10.000 Nutzer des Porno-Streaming-Dienstes RedTube haben bereits eine Abmahnung durch die Kanzlei U+C erhalten ( wir berichteten ). Und das war offenbar nur der Anfang. Viele weitere tausend Nutzer sollen ebenfalls noch abgemahnt werden. Das kündigt Thomas Urmann von der Kanzlei U+C in einem Gespräch mit dem Anwalt Christian Solmecke an. Solmecke vertritt Nutzer, die bereits eine Abmahnung erhalten haben und ihm gelang es nun, ein Telefonat mit Urmann zu führen. Über das Gespräch berichtet Solmecke auf seiner Website .

Demnach seien von der Abmahnung bislang nur Kunden der Deutschen Telekom betroffen. Die Kanzlei U+C habe aber vor Gericht auch Auskunftsbeschlüsse für andere Provider erwirkt. Außerdem sind offenbar auch Nutzer anderer Porno-Streaming-Dienste betroffen, die ebenfalls mit einer Abmahnung rechnen können. Warum in den Abmahnungen von Downloadportalen die Rede ist, obwohl es sich bei Redtube um ein Streamingportal handelt, erklärte Urmann wie folgt: "Hier ging es doch um Progessive Downloading. Fragen Sie mich nicht zu den technischen Details, aber auf Wikipedia ist nachzulesen, dass nach dem Anschauen eines solchen Streams nachher die gesamte Datei im temporären Ordner auf der Festplatte liegt."

Die Initiative für die Abmahnungen kam außerdem nicht direkt durch die Kanzlei U+C, wie Solmecke weiter berichtet. Demnach habe der Rechtsanwalt Daniel Sebastian für tausende IP-Adressen vor Gericht Auskunftsbeschlüsse erwirkt und habe anschließend die Kanzlei U+C um Unterstützung bei den Abmahnungen der betroffenen Nutzer gebeten. Dabei habe man versucht, möglichst viele Abmahnungen noch vor Weihnachten zu verschicken, damit die betroffenen Nutzer die Aufforderung der Zahlung von 250 Euro noch vor dem Weihnachtsfest erhalten, weil die Menschen nach Weihnachten oft das Geld nicht mehr hätten.

Urmann erklärte im Gespräch mit Solmecke auch, dass hinter den Abmahnungen nicht - wie vielfach berichtet - der Abmahner "The Archiv AG" als ein Nachfolger der DigiPortect GmBH steckt. Urmann dazu gegenüber Solmecke:" Alles völliger Quatsch. Die beiden Unternehmen haben nichts miteinander zu tun. Ebenfalls ist nicht wahr, dass die Bank, an die hier die Gelder gezahlt werden sollen, in der Schweiz sitzt. Lediglich die BIC Nummer beginnt mit den Buchstaben CH. So kam es offenbar bei einigen Menschen zum Missverständnis."

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