Abmahnung

Ravensburger mahnt Apple wegen "Memory" ab

Donnerstag, 17.11.2011 | 13:41 von Friedrich Stiemer
Ravensburger mahnt Apples iTunes ab.
Vergrößern Ravensburger mahnt Apples iTunes ab.
© Ravensburger
Das Wort "Memory" sorgt für Furore bei iTunes: das Wort ist eine eingetragene Marke von Ravensburg und soll so bald wie möglich aus dem App-Store verschwinden.
Apple hütet seine Patente rigoros und klagt diesbezüglich auch recht gern und schnell. Nun wurde der Konzern mit dem angebissenen Apfel als Logo selbst abgemahnt: von einem deutschen, nicht ganz unbekannten Unternehmen, nämlich vom Brettspiel-Hersteller Ravensburger.

"Memory" soll von iTunes verbannt werden

Ravensburger hat das Wort „Memory“ als Wortmarke in Deutschland eintragen lassen. Daher pocht Ravensburger auf sein Recht und möchte alle iPhone und iPad-Apps aus iTunes löschen lassen, die dieses Wort enthalten. Schon vor einigen Wochen bat der Brettspielbauer bei Apple darum, die betreffenden Applikationen zu löschen. Doch Apple reagierte wenig bis gar nicht und deshalb reichte nun Ravensburger die Abmahnung beim Landgericht München ein.

"Es ist alles nicht gut gelaufen", meinte der Anwalt von Apple und fügte an, dass man doch "auch künftig gute Geschäfte miteinander machen" kann. Doch der gegnerische Anwalt führt an, dass Apple durchaus dazu fähig sei, Applikationen schnell aus dem App Store zu entfernen, die ihm selbst gehörende Rechte verletzen. "Apple nimmt seine Markenrechte brutalst möglich wahr, aber nicht die Rechte anderer", erklärte der Anwalt von Ravensburg. Auch wenn das Wort Memory im englischsprachigen Raum nicht geschützt ist, so unterliegt Apple in Deutschland dennoch den hierzulande geltenden Gesetzen. Zwar ziehen beide Unternehmen eine außergerichtliche Einigung vor, doch die Abmahnung sei nötig gewesen, damit iTunes "endlich mal auf Trab kommt", so der Ravensburger Anwalt.

Die Münchner Kammer für Handelssachen erklärte bereits, dass iTunes ein richtiger Online-Shop sei und nicht lediglich eine Plattform für Verkäufer. Damit steht iTunes in der Pflicht, entsprechend gegen Verstöße des Markenrechts zu reagieren.



 
 

Donnerstag, 17.11.2011 | 13:41 von Friedrich Stiemer
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (6)
  • ohmotzky 20:53 | 18.11.2011

    Den Apfel gehört mal eins auf die Mütze, ich mag deren Verhalten nicht.

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  • deoroller 20:42 | 18.11.2011

    Bei dem System müssen die Guten mit den Wölfen heulen, um nicht unter die Räder zu kommen. Am Ende gibt es dann aber nur Wölfe.

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  • ohmotzky 19:53 | 18.11.2011

    Richtig so!

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  • Thor Branke 18:34 | 18.11.2011

    Zitat: deoroller
    Es schon doof, wenn eine deutsche Firma einen englischen Begriff schützen lässt und dann damit aneckt. :bse:
    Ich warte schon gespannt auf die Neuauflagen des Duden bzw. des Oxford Dictionary - beide erweitert um die Einträge, welches Wort gerade von welcher Firma geschützt ist. :popcorn:

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  • Didier K. 18:10 | 18.11.2011

    Doof ist wohl der richtige Ausdruck. Aber ich finde es richtig, dass Apple mit eigenen Mitteln geschlagen wird. Mal sehen, was dabei herauskommt.

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