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Ablenkung am Steuer ist ähnlich gefährlich wie Alkohol

05.06.2015 | 13:03 Uhr |

Moderne Infotainment- und Navigationssysteme und Smartphones können genauso wie Alkoholgenuss zu schweren Verkehrsunfällen führen. Das fanden ADAC und ÖAMTC heraus.

Moderne Infotainmentsysteme mit Touchscreens und verschachtelten Untermenüs erobern die Autos ebenso wie die allgegenwärtigen Smartphones und Tablets, die man immer öfter im Auto sieht. Dadurch steigt die Ablenkungsgefahr für Autofahrer. Ein aktuelles Beispiel dafür ging kürzlich durch die Medien: Es ist durchaus möglich, ja geradezu wahrscheinlich, dass die 18 Jahre alte Fahrerin eines Toyota Yaris auf ihrem Handy herumtippte, als sie eine vorfahrtberechtigte Panzerkolonne übersah und unter einen riesigen Kampfpanzer geriet.

ADAC: Ablenkung ähnlich gefährlich wie Alkohol

Ablenkung spielt laut dem ADAC als Unfallursache eine ähnlich große Rolle wie Alkohol am Steuer. Schätzungen gehen davon aus, dass bei jedem zehnten Verkehrsunfall mit Personenschaden Unachtsamkeit der entscheidende Auslöser ist. Vor allem Smartphones und Navigationsgeräte lenken laut ADAC Autofahrer vom Verkehrsgeschehen ab. Aber auch vermeintlich harmlose Tätigkeiten wie Essen und Trinken können zu verheerenden Unfällen führen.

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Wer bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h nur eine Sekunde lang unachtsam ist, legt etwa 27 Meter im Blindflug zurück. Das ist lange genug, um gegen einen Baum zu fahren oder in den Gegenverkehr zu geraten.

Der ADAC fand in einer gemeinsamen Studie mit dem österreichischen Verkehrsclub ÖAMTC heraus, bei welchen Nebentätigkeiten der Blick der Autofahrer am längsten weg vom Geschehen auf der Straße ging. Am meisten Aufmerksamkeit forderte das Eintippen einer Adresse in ein Navigationsgerät, gefolgt vom Telefonieren mit dem Handy und der Entnahme einer Brille aus dem Etui. Eher kurz schweifte der Blick von der Fahrbahn ab, wenn die Probanden der Studie ein Spielzeug vom Boden aufhoben oder aus einer Wasserflasche tranken.

Die Studie zeigte, dass drei Viertel der Studienteilnehmer bei der Navigationsaufgabe auf ein plötzlich auftauchendes Hindernis gefahren wären – im Stadtverkehr wäre das ein Fußgänger oder Radfahrer gewesen. Denn wer bei Tempo 50 nur fünf Sekunden auf sein Handy oder Navigationsgerät starrt, ist 70 Meter im Blindflug unterwegs.

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