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Abgas-Skandal: Diese Fahrzeuge werden neu überprüft

11.11.2015 | 14:10 Uhr |

Das Kraftfahrt-Bundesamt lässt über 50 Modelle deutscher und ausländischer Fahrzeughersteller nachträglich überprüfen. Hier sehen Sie, ob Ihr Fahrzeugmodell auch nachgeprüft wird. Keineswegs handelt es sich dabei nur um Fahrzeuge aus dem VW-Konzern!

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) lässt als Folge des VW-Abgas-Skandals einige in Deutschland zugelassene Dieselmodelle nachprüfen. Das KBA will durch die Nachprüfungen herausfinden, „ob im Markt möglicherweise weitere Manipulationen des Schadstoffausstoßes, insbesondere bei Stickoxiden (NOx), stattfinden“, wie sich die Behörde ausdrückt.

Das KBA lässt nicht nur Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns nachprüfen, sondern auch Fahrzeuge „anderer marktbestimmender Hersteller“. Die Auswahl der Fahrzeugmodelle beziehungsweise Motorkonzepte erfolgte laut KBA auf Basis der Zulassungsstatistik in Deutschland wie auch mit Bezug auf verifizierte Hinweise Dritter über auffällige Schadstoffemissionen. Sprich: Es werden die am meisten verbreiteten Fahrzeuge überprüft sowie Fahrzeuge, zu denen es Hinweise gibt, dass Manipulationen vorliegen könnten.

Die Untersuchungen umfassen laut KBA mehr als 50 unterschiedliche Fahrzeuge in- und ausländischer Hersteller mit verschiedenen Diesel-Aggregaten, deren Schadstoffausstoß sowohl auf dem Rollenprüfstand als auch durch portable Emissionsmesssysteme (PEMS) auf der Straße gemessen wird.

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Etwa zwei Drittel der Messungen wurden bereits durchgeführt. Erstes Ergebnis: „Auf Basis von Rohdaten wurden bisher zum Teil erhöhte Stickoxidwerte bei unterschiedlichen Fahr- und Umgebungsbedingungen festgestellt. In Gesprächen mit betroffenen Herstellern und Genehmigungsbehörden werden diese Daten weiter evaluiert. Erst danach liegen rechtlich belastbare Ergebnisse vor“, teilte das KBA heute mit.

Diese Modelle lässt das KBA überprüfen:

Pkw deutscher Hersteller

Audi: A3, A6
BMW: 3er, 5er, Mini
Ford: Focus, C-Max
Opel: Astra, Insignia, Zafira
Mercedes: C-Klasse, CLS
Porsche: Macan
Smart: Fortwo
VW: Golf, Beetle, Passat, Touran, Polo, Sportsvan, Touareg

Nutzfahrzeuge deutscher Hersteller:

Mercedes: Sprinter, V-Klasse
VW: Crafter, Amarok (der weit verbreitete T5 alias VW-Bus wird dagegen nicht nachgeprüft)

Pkw ausländischer Hersteller

Alfa Romeo: Guilietta
Chevrolet: Cruze
Fiat: Panda, Ducato
Dacia: Alle Fahrzeuge mit Motortyp SD
Hyundai: i20, iX35
Honda: HR-V
Jeep: Cherokee
Land Rover: Evoque
Mazda: 6
Mitsubishi: ASX
Nissan: Navara
Peugeot: 308
Renault: Kadjar
Toyota: Auris
Volvo: V60

Hinweis: Bei einigen Modellen wurden mehrere Fahrzeuge in die Untersuchung einbezogen, zum Beispiel wegen unterschiedlicher Emissionsklassen.

Hintergrund

Der VW-Abgas-Skandal setzt sich nach derzeitigem Kenntnisstand aus zwei unterschiedlichen Einzeltatbeständen zusammen:

1. Schummelsoftware beim EA-189-Motor, mit deren Entdeckung in den USA der Skandal im September begonnen hat.

2. Manipulierter Kohlendioxidausstoß und falsche Angaben zum Kraftstoffverbrauch bei Diesel- und Benzin-Fahrzeugen – diesen Betrug machten VW-Ingenieure während der internen Ermittlungen bekannt.

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