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Abfangjäger-Drohne soll verdächtige Flugdrohnen einfangen

17.12.2015 | 15:59 Uhr |

Die japanische Polizei hat eine Abfang-Flugdrohne vorgestellt. Sie soll verdächtige Drohnen mit einem Netz einfangen. Der Testlauf beginnt demnächst.

Die Sicherheitsbehörden rund um den Globus müssen auf eine neue Art von Bedrohung reagieren: Auf Flugdrohnen. Als im September 2013 bei einem Wahlkampfauftritt in Dresden eine Flugdrohne vor Bundeskanzlerin Angela Merkel landete, schmunzelte Merkel noch. Doch im Zeitalter des IS-Terror ist den Sicherheitsbehörden das Lachen vergangen. Die japanische Polizei hat nun ihre spezielle Version der Drohnen-Abwehr vorgestellt.

Dabei handelt es sich sozusagen um eine Abfang-Drohne. Oder besser: eine Einfang-Drohne, denn die Japaner haben eine Flugdrohne vorgestellt, die andere Drohnen mit einem Netz einfangen soll. Die Vorstellung erfolgt kurz nach dem Drohnen-Flugverbot über Ballungsräumen in Japan.

In einem Demonstrations-Video zeigt die Polizei von Tokyo, wie sie sich die Drohnenabwehr vorstellt: Eine verdächtige Drohne wird bemerkt, sofort steigt eine Polizeidrohne auf, die ein 3x2 Meter großes Fangnetz unter beziehungsweise hinter sich herschleppt. Die Polizeidrohne (ein Modell mit sechs Propellern) verfolgt die verdächtige Drohne, fängt sie schließlich mit ihrem Netz ein und setzt sie dann am Boden ab. Während des Abfangeinsatzes soll die Polizei durch Lautsprecher den Piloten der verdächtigen Drohne warnen, wie The Verge berichtet.

Polizei-Drohne soll verdächtige Flugdrohnen abfangen
Vergrößern Polizei-Drohne soll verdächtige Flugdrohnen abfangen

Das alles setzt voraus, dass die Polizeidrohne schneller und leistungsfähiger als die verfolgte Drohne ist. Und dass der Polizist, der die Polizeidrohne steuert, immer den Überblick behält. Ob das Verfahren praxistauglich ist, muss sich erst noch zeigen. Zunächst einmal soll eine ausgewählte Polizeieinheit, die unter anderem den Amtssitz des Ministerpräsidenten und den Kaiserpalast sowie das japanische Parlament bewacht, mit der Drohne ausgestattet werden, und zwar bereits in den nächsten Tagen. Aber nur mit einem einzigen Testexemplar. Ab Februar soll der Drohneneinsatz dann ausgeweitet werden.

Der Vorteil der Einfangmethode mit dem Netz: Anders als bei einem Abschuss mit einem Gewehr oder ähnlichem stürzt die Drohne nicht unkontrolliert und Splitter verbreitend zu Boden und kann so niemanden verletzen.

Speziell in den USA setzt man allerdings eher auf den Abschuss von verdächtigen Drohnen. So machte es beispielsweise ein Amerikaner, der sich von einer Drohne bespitzelt fühlte. Etwas eleganter: Das Unternehmen Battelle hat den Battelle Drone Defender vorgestellt, der Drohnen mit Hilfe von elektromagnetischen Funkwellen splitterfrei abschießt. Die US-Armee wiederum hat einen Prototyp eines Anti-Drohnen-Gewehrs gebastelt, das auf dem Raspberry Pi basiert. Ein US-Unternehmen wiederum hat sogar spezielle Munition für den Abschuss von Drohnen vorgestellt.

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