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Intel Core i7 im Turbo Mode

04.11.2008 | 14:28 Uhr |

Intels Core i7 beschleunigt im Turbo Mode Software, die nicht alle CPU-Kerne auslastet. Doch welche Auswirkungen hat das auf die Leistung und den Energieverbauch?

Quad-Core-Prozessoren haben gegenüber Doppelkern-CPUs oft den Nachteil einer geringeren Taktfrequenz. Bei Single- oder Dual-Thread-Anwendungen sind Prozessoren mit zwei Kernen durch ihre höhere Taktfrequenz somit im Vorteil. Nur bei Multi-Thread-optimierten Programmen spielen die Quad-Cores ihre Stärken aus. Doch Taktfrequenz ist bei Intels Core i7-Baureihe, die sich im Test an die Spitze unserer Bestenliste katapultierte , nicht länger eine feste Größe:

Möglich macht dies der Turbo Mode: Ist nur ein physikalischer CPU-Kern mit Berechnungen beschäftigt, schaltet der Turbo Mode bei diesem Kern den Multiplikator um zwei nach oben. Da beim Core i7 der Arbeitstakt das Produkt aus Multiplikator und Referenztakt (133 MHz) ist, steigt so die Prozessorfrequenz um 266 MHz. Sind zwei oder drei physikalische Rechenkerne beschäftigt, erhöht sich für jeden Kern der Multiplikator um 1 - der Arbeitstakt steigt also um 133 MHz. Wenn hingegen alle Rechenkerne voll ausgelastet sind, arbeitet der Core i7 mit dem offiziellen Werkstakt. Eine Ausnahme stellt die Extreme-Variante des Core i7 dar. Hier lässt sich der Multiplikator für alle vier physikalischer Rechenkern individuell im Bios einstellen.

Unsere Kollegen vom TecChannel haben den Turbo Mode des Core i7 nun genauer unter die Lupe genommen. Nach ihrer Ansicht sollte man bei den neuen Desktop-CPUs am besten den Werkstakt als Grundtaktfrequenz bezeichnen. Mit diesen Taktfrequenzen arbeiten die Core-i7-Prozessoren nur dann, wenn die Turbo-Technologie deaktiviert ist. In den BIOS-Einstellungen der Mainboards findet sich die entsprechende Turbo-Option - hier als "Intel Dynamic Speed Technology" bezeichnet, zum Ein- oder Ausschalten. Ist die Turbo-Technologie aktiviert, so schaltet der Core i7 je nach Anwendung einen oder zwei Gänge hoch.

Nur wenn alle Kerne extrem ausgelastet sind, bleibt es bei einer Taktfrequenz von 2,67 GHz. Doch selbst wenn das Betriebssystem eine 100-prozentige CPU-Auslastung anzeigt, gibt es abhängig von der Anwendung noch deutliche Unterschiede. Je nachdem, welche Integer- oder Floating-Point-Ausführungseinheiten des Core i7 gefordert werden, ist der Stromverbrauch selbst bei 100 Prozent Auslastung sehr unterschiedlich. Reicht die CPU also nicht an den von Intel definierten Maximalwert heran, so dürfen selbst vier Kerne des Core i7 920 unter Last mit einem um 1 erhöhten Multiplikator - also 2,80 GHz - arbeiten.

Intel spezifiziert den Energiebedarf seiner Prozessoren mit der Thermal Design Power (TDP). Bei diesem Wert handelt es sich um das theoretische Maximum - in der Praxis liegt der Energiebedarf der Prozessoren in der Regel selbst bei hoher Auslastung darunter. Bei der Turbo-Technologie wird der spezifizierte TDP-Wert der Core-i7-Modelle von 130 Watt zu keinem Zeitpunkt überschritten. Allerdings lotet die Turbo-Technologie die Grenze der TDP-Einstufung des Prozessors aus.

Unsere Kollegen vom TecChannel zeigen die Auswirkungen der Turbo-Technik auf die Rechenleistung und die Energieaufnahme des Core-i7-Prozessors. Im Artikel Test: Intels Turbo-Technologie bei Core-i7-Prozessoren finden Sie die Ergebnisse.

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