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ATI: nimm drei

07.06.2006 | 10:18 Uhr |

Völlig durchgeknallt oder genial: Zwei Grafikkarten kümmern sich gemeinsam um die 3D-Darstellung, während die dritte die Physikberechnung übernimmt.

(Computex, Taipei) Grafikspezialist ATI sorgt auf der Computex mit seiner Technik "Boundless Gaming" für reichlich Gesprächsstoff: In nicht allzu ferner Zukunft, sollen Spielefreaks bis zu drei ATI-Grafikkarten in Ihren PC quetschen. Zwei davon arbeiten im Crossfire-Modus und kümmern sich um den Bildaufbau. Die dritte Karte im Bunde soll sich um die realistische Simulation von physikalischen Gesetzen kümmern, etwa dass Gegenstände einen Berg herunterrollen oder die Explosionstrümmer vom Zentrum der Detonation in alle Himmelsrichtungen fliegen. Einzige Voraussetzung: das Spiel muss die Physik-Engine von Havok unterstützen.

Boundless Gaming ist recht flexibel ausgelegt: Unabhängig vom Kartenhersteller und Grafikchiptyp lassen sich alle Modelle ab einschließlich der Radeon-X1600-Baureihe für die Technik einsetzen. Wenn Sie beispielsweise Ihre X1600-Karte durch ein schnelleres Modell mit ATI-Chip ersetzen, können Sie Ihre alte Karte für die Physikberechnung weiter nutzen. Reicht irgendwann die 3D-Leistung nicht mehr aus, rüsten Sie Ihre "neue" Grafikkarte mit einem weiteren ATI-Modell zum Crossfire-Duo auf.

Das auf der Computex gezeigte Demosystem, befeuert von drei Grafikarten mit dem Radeon X1900-Chip (siehe Titelbild), basiert auf einer Prototypen-Hauptplatine mit drei Grafikkarten-fähigen PCI-Express-Steckplätzen (mindestens 8x). Solche Hauptplatinen gibt es derzeit noch nicht. Laut ATI haben aber einige Hersteller angekündigt entsprechende Boards zu bauen.

Angeblich lässt sich die höchste Ausbaustufe des Boundless Gaming (2 +1) aber auch mit bestehender Hardware verwenden. Dabei soll die "Physik"-Karte über einen mechanischen Adapter in 1x- und 2x-PCI-Express-Steckplätzen für die Havok-Physik-Engine ansprechbar sein (siehe Bild). Prinzipiell soll laut ATI Boundless Gaming mit allen aktuellen PCI-Express-fähigen Chipsätzen funktionieren.

Wann die ersten Spiele Boundless Gaming unterstützen, steht noch in den Sternen. Zumindest ATI behauptet, das bereits zum Jahresende einige Titel auf den Markt kommen. Und zumindest einen prominenten Spieleentwickler soll ATI von den Vorteilen des Boundless Gaming überzeugt haben: Valve, die Macher des Spielehits Half Life 2.

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