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ATI-Radeon-8500-Treiber manipuliert Benchmark

29.10.2001 | 13:13 Uhr |

Die Radeon 8500, das neue Flaggschiff des Grafikchip-Herstellers ATI, ist durch Berichte der Websites HardOCP und 3D Center in Verruf geraten: Die Windows-2000-Treiber der Karte manipulieren den Quake-3-Arena-Benchmark.

Die Radeon 8500 das neue Flaggschiff des Grafikchip-Herstellers ATI ist durch Berichte der Websites HardOCP HardOCP und 3Dcenter in Verruf geraten: Die Windows-2000-Treiber der Karte manipulieren den Quake-3-Arena-Benchmark, wie unser Schwestermagazin Tecchannel berichtet.

Bis zu 15 Prozent mehr Leistung holen nach Ansicht von HardOCP und 3D Center die ATI-Treiber für Windows 2000 Version 5.13.01.3276 im Q3A-Benchmark bei höchster Detail-Tiefe heraus. Das wäre ein Gewinn für den Benutzer, wenn die Treiber für das Spiel selbst optimiert wären. Die Treiber modifizieren die im Benchmark einstellbare Detail-Tiefe jedoch nach unten. Das spart durch kleinere Texturen Aufwand und treibt die Benchmark-Ergebnisse nach oben - auf Kosten der Bildqualität.

3Dcenter kommt zu folgendem Ergebnis: "ATi arbeitet hier bei seiner standardmäßigen Quake III Arena-Optimierung definitiv mit illegalen Tricks, denn die Grafikqualität ist erwiesenermaßen nicht gleich geblieben. Vielmehr ergibt sich eine störende Rasterung, welche weit von der ursprünglichen feinen Qualität einer 32-Bit-Textur entfernt".

Von ATI gibt es derzeit nur eine kurze Stellungnahme aus Kanada. Man wolle den Benutzern eine optimale Kombination aus hohen Frame-Raten, Bildqualität und Stabilität bieten, teilt ATI-Sprecher John B. Challinor mit. Deshalb optimiere ATI die Treiber auf verschiedenen Ebenen wie dem Applikations-Level, der Spiele-Engine, demAPILevel und dem Betriebssystem-Level.

Diese Optimierung wäre auch in Ordnung, falls dadurch die im Benchmark gestellte Aufgabe, nämlich Texturen in einer bestimmten Auflösung bei bestimmter Detail-Tiefe darzustellen, besser gemeistert wird. Die Aufgabe selbst zu "optimieren" wäre mehr als ein Kavaliersdelikt. Vor allem die jugendliche Gamer-Szene macht eine Kaufentscheidung oft von wenigen Frames abhängig, die eine Karte der anderen voraus ist.

PC-WELT bat ATI Deutschland um eine Stellungnahme, die jedoch bis Redaktionsschluss nicht erfolgte.

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