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ARD und ZDF warnen vor Bevorzugung in der Informationsgesellschaft

03.09.2006 | 15:02 Uhr |

Laut ARD und ZDF muss die Digitalisierung einen Mehrwert für alle schaffen. Wohlhabende Bevölkerungsschichten dürfen dabei nicht bevorzugt werden.

Fritz Raff, der Vorsitzende des Digitalausschusses von ARD und ZDF hat davor gewarnt, wohlhabende Bevölkerungsschichten in der digitalen Informationsgesellschaft zu bevorteilen. Rundfunk sei in Deutschland im Gegensatz zu Amerika ein Kulturgut, nicht nur ein Wirtschaftsgut, so Raff auf der IFA in Berlin. Die Digitalisierung müsse einen „Mehrwert für alle“ schaffen und darf nicht als Mautsystem missbraucht werden. Derzeit würden private Rundfunkanstalten und Satellitenbetreiber umfassende Pay-TV-Strukturen vorbereiten, die mittelfristig die breit gefächerte Free-TV-Landschaft ablösen sollen. Aufgabe der Medienpolitik sei es nun, die Voraussetzung zu schaffen, um öffentlich-rechtliche Programme auch in der digitalen Welt ohne Verschlüsselung verfügbar zu machen.

Grundprinzip von ARD und ZDF sei in Sachen DVB-T, DMB und DVB-H eine unverschlüsselte Ausstrahlung und die kostenfreie (zumindest ohne programmbezogenes Entgelt) Empfangbarkeit für den Anwender. Die Forderung nach einem freien Zugang zum öffentlich-rechtlichen TV-Programm bezieht sich auch auf den neuen Übertragungsweg IP-TV. Digitalfernsehen und Digitalradio künftig breitbandig über die Telefonleitung zu übertragen wird von ARD und ZDF als Innovation aktiv gefördert, so Oliver Werner, WDR Chefingenieur, in Berlin.

Derzeit sei man dabei, die technische Infrastruktur für IP-TV über DSL-Netzte aufzubauen und die Leistungsfähigkeit von Bild- und Tonqualität zu verbessern sowie praktikable Umschaltzeiten zu erreichen. "IP-TV über DSL-Netze kann als eine neue Form von interaktivem Kabelfernsehen betrachtet werden", erklärte Werner. Über den permanent verfügbaren Rückkanal könnte man interaktive Funktionen wie Televoting oder On Demand-Dienste ausbauen. Die neuen Möglichkeiten zum Sammeln von Nutzungsdaten gab Werner jedoch zu bedenken. Hier sei der Datenschutz gefordert.

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