98914

AOL flirtet mit Napster

09.03.2001 | 16:17 Uhr |

Die großen Medienunternehmen der Welt drängen in den Internet-Musikmarkt: AOL Time Warner kündigte Interesse an der Musiktauschbörse Napster an. "Wir unterzeichnen einen Vertrag mit Napster, wenn sie ein Copyright-Schutz-System haben", sagte Gerry Levin, Generaldirektor von AOL Time Warner, in einem Online-Interview der britischen BBC. Zurzeit gebe es ein derartiges System aber nicht.

Die weitere Entwicklung des Internet-Musikmarkts ist derzeit ungewiss. Am vergangenen Dienstag hatte eine US-Bundesrichterin in San Francisco per einstweiliger Verfügung angeordnet, dass die US-Internet-Tauschbörse Napster alle geschützten Titel aus dem Angebot nehmen muss.

Napster hatte bereits am Wochenende versucht, Filter für Copyright-Material einzusetzen, um einer Schließung der Tauschbörse zuvorzukommen. Software-Experten bezweifeln allerdings die Wirkung eines Filters. In der aktuellen Version könne Napster nicht überleben, sagte auch AOL-Time-Warner-Chef Levin.

Ab Sommer könnte sich der Musiktausch dann jedoch endgültig zum Musikgeschäft für die Mediengiganten entwickeln: Napster will nach eigenen Angaben ab Juli die kostenpflichtige Mitgliedschaft einführen. Musikfans sollen für eine monatliche Gebühr zwischen rund zehn und zwanzig Mark Titel über die Napster-Software bei anderen Mitgliedern herunterladen können.

Die Bertelsmann eCommerce Group (BeCG), der größte Investor bei Napster, entwickelt zusammen mit der Tauschbörse die neue Software, mit der die Zahlung von Honoraren an Künstler möglich werden soll. Das neue Geschäftsmodell werde alle juristischen Bedingungen erfüllen, hatte Bertelsmann betont. (PC-WELT, 09.03.2001, dpa/ pk)

Napster-Filter geknackt (PC-WELT Online, 09.03.2001)

Noch 72 Stunden für Napster (PC-WELT Online, 07.03.2001)

Napster: Filter nutzlos (PC-WELT Online, 06.03.2001)

Napster: Die Alternativen (PC-WELT Online, 05.03.2001)

0 Kommentare zu diesem Artikel
98914