109286

AOL droht Verkauf

19.05.2005 | 17:05 Uhr |

Time Warner wird ungeduldig. Sollte die neue Vermarktungsstrategie für AOL keine entscheidenden Erfolge bringe, steht das Unternehmen zum Verkauf.

Es war eine der spektakulärsten Übernahmen der New Economy-Zeit: Internet-Dienstleister AOL schluckt den renommierte Medienkonzern Time Warner . Mittlerweile haben sich die Vorzeichen drastisch geändert, Time Warner spielt wieder die erste Geige im fusionierten Unternehmen. Und spielt jetzt sogar mit dem Gedanken AOL auszulagern oder zu verkaufen.

So ändern sich die Zeiten. AOL, der einstige Chef im gemeinsamen Hause, musste die Konzernführung zunächst an Time Warner abgeben. Und vielleicht steht AOL bald selbst zum Verkauf.

Das wollte zumindest Richard Parsons, der Vorstandschef des Medienkonzerns Time Warner, kürzlich nicht ausschließen, wie die Financial Times Deutschland berichtet. Pearsons Aussage gilt für den Fall, dass die derzeit für AOL geplante Wachtumsstrategie keinen Erfolg habe.

Hinter dieser Wachstumsstrategie steckt ein Ausbau der kostenlosen Angebote von AOL. Im Sommer 2005 soll AOL in den USA ein neues Portal mit Suchmaschine und anderen Funktionen starten – Features, die bisher den zahlenden Abonnenten vorbehalten sind. Das soll AOL mehr Besucher bescheren und damit die Werbeerlöse aus dem AOL-Angebot steigern.

Geht dieses Strategie allerdings nicht auf, so "fängt man an, ganz anders über AOL nachzudenken", erklärt der Time Warner-Boss. Dann wäre ein Spin off, also die Auslagerung von AOL in ein selbstständiges Unternehmen oder ein Teilverkauf eine Alternative, fährt Dick Parsons fort. Entscheidend sei, den Wert für die Aktionäre zu erhöhen. Eine zeitliche Frist für diese Entscheidung nannte Parsons allerdings nicht.

AOL hatte im ersten Quartal zehn Prozent weniger Kunden als noch vor einem Jahr. Diesen Verlust konnte AOL aber dank der um 45 Prozent gesteigerten Werbeeinnahmen fast ausgleichen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
109286