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ANTS3-Wurm: Mail-Lawine, Anzeigen und Morddrohungen

26.10.2001 | 14:32 Uhr |

Der seit einigen Tagen verbreitete I-Worm/ANTS3 hat eine weltweite Mail-Lawine losgetreten. Auch in der Redaktion der PC-WELT traf die Mail mit dem Wurm im Gepäck bereits mehrfach ein. Genervte Wurmopfer wollen Andreas Haak, unter dessen Namen der Wurm verbreitet wird, vor Gericht bringen. Einige besonders rabiate Zeitgenossen drohten Haak sogar mit Mord.

Der seit einigen Tagen verbreitete I-Worm/ANTS3 hat eine weltweite Mail-Lawine losgetreten. Auch in der Redaktion der PC-WELT traf die Mail mit dem Wurm im Gepäck bereits mehrfach ein. Genervte Wurmopfer wollen Andreas Haak, unter dessen Namen der Wurm verbreitet wird, vor Gericht bringen. Einige besonders rabiate Zeitgenossen drohten Haak sogar mit Mord.

PC-WELT sprach mit Andreas Haak, dem Autor des Trojaner-Scanners ANTS unter dessen Namen der Wurm verbreitet wird.

Haak bekomme den Unmut und teilweise sogar den Hass der "Wurmopfer" per Mail, im Gästebuch auf seiner Website und telefonisch zu sehen und zu hören. "Das Telefon klingelt nachts ständig", so ein hörbar niedergeschlagener Haak gegenüber der PC-WELT. Mehrmals wurde ihm schon mit körperlicher Gewalt und sogar mit Mord gedroht.

Die letzten Nächte habe er deshalb kaum geschlafen. Mittlerweile wurde 27 Mal Anzeige gegen ihn erstattet - in der Regel mit dem Vorwurf des verbotenen Mail-Spamings. Viele Internet-Benutzer haben die Mail mit dem Wurm mehrfach bekommen - Haak zufolge bis zu 50 Mails pro Betroffenem - und vermuten dahinter eine illegale Spam-Mail-Aktion. Heute Morgen war der bisherige Höhepunkt in der Wurm-Affäre: Die Polizei stand vor der Tür.

Haak ist seit Tagen nur noch mit den Folgen der Wurm-Mail beschäftigt. Seit gestern stellt er ein Tool zur Verfügung, das den Wurm von einem infizierten Rechner entfernt.

Haak bittet alle von der Mail und dem Wurm Betroffenen die Erklärung auf seiner Website zu lesen. Er betont nochmals, dass er nachweislich nicht der Verfasser und Absender dieser Mail ist und mit der Verbreitung des ANTS3-Wurms nichts zu tun hat. Deshalb mache es auch keine Sinn, ihn für die Mail-Lawine verantwortlich zu machen und deshalb zu verklagen.

Gegen den bis jetzt unbekannten Urheber des ANTS3-Wurms will Haak voraussichtlich heute Anzeige erstatten.

Offensichtlich unterschätzen einige Hersteller von Antiviren-Software die Verbreitung des Wurms. Haak informierte seinen Angaben zufolge alle wichtigen Unternehmen bereits am 23. Oktober. AVP Kaspersky und Sophos haben die Signaturen ihren Virenscanner bereits aktualisiert, um den Wurm zu erkennen. Keine Reaktion gab es hingegen bis Redaktionsschluss von Trend Micro, Symantec und McAfee. Diese Hersteller von Antiviren-Software stellten bisher keine aktualisierten Siganturen zur Vefügung.

Details zum W32/Anset-Wurm alias I-Worm/ANTS3 (PC-WELT Online, 25.10.2001)

Vorsicht: Wurm tarnt sich als Trojaner-Scanner ANTS (PC-WELT Online, 24.10.2001)

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