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AMD reicht Wettbewerbsbeschwerde gegen Intel ein

28.06.2005 | 11:15 Uhr |

AMD hat vor dem US-Bundesgericht Wettbewerbsbeschwerde gegen Intel eingereicht. Der Vorwurf: Intel habe Druck auf Kunden ausgeübt, keine Geschäfte mit AMD zu machen.

AMD hat vor dem US-Bundesgericht Wettbewerbsbeschwerde gegen den Konkurrenten Intel eingereicht. Intel habe gesetzeswidrig weltweit Druck auf Kunden ausgeübt, keine Geschäfte mit AMD zu machen, um seine Monopolstellung auf dem Markt für Mikroprozessoren der x86-Reihe zu behalten, teilte AMD am Dienstag mit. Betroffen seien 38 Unternehmen, darunter große Computerhersteller, aber auch Händler. Intel hält im Bereich x86 gegenwärtig einen Weltmarktanteil von rund 80 Prozent.

Die 48 Seiten umfassende Beschwerde soll im Detail aufzeigen, wie Intel seine Monopolstellung gegenüber AMD ausgenutzt hat, so das Unternehmen. "Überall auf der Welt verdienen Kunden die Wahlfreiheit und die Vorzüge von Innovation - und dies wird ihnen im Markt für Mikroprozessoren gestohlen", sagt Hector Ruiz, Vorstandsvorsitzender von AMD. "Ob über höhere Preise wegen des Monopols, weniger Auswahl am Markt oder Hürden bei der Innovation - Menschen von Osaka über Frankfurt bis Chikago zahlen den Preis für Intels Monopol-Missbrauch täglich in bar."

In Japan kam die Fair Trade Commission of Japan (JFTC) in einem ähnlichen Verfahren zu dem Schluss, dass Intel seine Monopolstellung ausgenutzt habe. In Europa läuft in diesem Zusammenhang noch eine Untersuchung gegen Intel.

AMD zufolge hat Intel beispielsweise Dell und Toshiba hohe Summen gezahlt, damit die Unternehmen keine Geschäfte mit AMD machen. Sony soll laut AMD Millionen von Intel erhalten haben, um die Prozessor-Exklusivität sicher zu stellen, in der Folge sei der Anteil von AMD-CPUs in Sony-Produkten von 23 Prozent im Jahr 2002 auf aktuell 0 Prozent gefallen. Dabei bezieht sich AMD auf Ergebnisse der JFTC.

NEC, Fujitsu und Acer soll Intel gezwungen haben, Teil-Exklusivvereinbarungen abzuschließen, bei denen die Gewährung von Rabatten und Zuschüssen an die Bedingung geknüpft war, das Geschäft mit AMD einzuschränken oder komplett einzustellen. Und bei Compaq soll Intel die Lieferung von wichtigen Server-CPUs zurückgehalten haben, als das Unternehmen verstärkt AMD-CPUs in Desktops einsetzen wollte. Daraufhin wurden keine Produkte von AMD mehr eingekauft.

Ein weiteres Beispiel betrifft den deutschen Markt. Denn auf Grund eines Quotensystems von Intel, das große Einzelhändler erfüllen müssen, sind diese verpflichtet, überwiegend oder exklusiv Intel-Systeme in ihre Regale zu stellen, so AMD. "AMD ist vollständig von der Belieferung des Unternehmens Mediamarkt ausgeschlossen", beklagt AMD. Mediamarkt macht laut dem Unternehmen 35 Prozent des lokalen Marktes aus.

Schließlich wirft AMD Intel noch vor, seine Compiler derart angepasst zu haben, dass die Software-Performance abnimmt, wenn das System mit einem AMD-Prozessor läuft.

Die komplette Beschwerde finden Sie (in englischer Sprache) auf dieser Seite .

Intel wollte zu der Beschwerde noch keinen Kommentar abgeben, da noch keine Dokumente seitens AMD beziehungsweise des US-Gerichts eingegangen sind, so Sprecherin Laura Anderson.

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