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AMD kurz vor einer Fusion mit ATI?

22.07.2006 | 14:46 Uhr |

Chip-Hersteller AMD (Advanced Micro Devices), der zweistärkste Produzent von Computerprozessoren, steht möglicherweise kurz vor einer Fusion mit Grafikchip-Herstellers ATI. Die Kosten dafür belaufen sich laut Insidern auf etwa 5,5 Milliarden US-Dollar.

Eine derartige Übernahme würde die Prozessor-Industrie stark erschüttern, die schon seit Jahren von einer Schlacht zwischen AMD und dem großen Rivalen Intel geprägt ist. ATI ist einer der beiden größten Grafikchip-Hersteller, neben dem Konkurrenten Nvidia . Somit ist das kanadische Unternehmen auch einer der größten Lieferanten der zweitwichtigsten Chips innerhalb eines Computers neben dem Hauptprozessor. Sollten die Gespräche der beiden Partner nicht unvermittelt beendet werden, so könnte der Deal schon am Montag offiziell bekannt gegeben werden, prophezeien Insider. ATI verweigert momentan noch jeglichen Kommentar zum Thema und auch die Verantwortlichen bei AMD haben sich bis zum Moment noch nicht zu den Gerüchten geäußert.

Die Aktien von ATI wurden am Freitag gebündelt und verstärkten so die Spekulationen, dass der Deal kurz bevor stehen könnte. So stiegen die Werte von ATI am gestrigen Tag um 5,3 Prozent an und kletterten nach Börsenschluss im Internet noch einmal um weitere 7 Prozent nach oben. Gerüchte über eine derartige Übernahme von ATI durch AMD waren schon Ende Mai im Gespräch, als Analysten dadurch bessere Chancen gegen den Konkurrenten Intel in Aussicht stellten. Schon damals stiegen die ATI Aktien dadurch um knapp 10 Prozent an.

Einige Analysten stellten jedoch die Gründe für eine Fusion von AMD und ATI in Frage, andere waren überrascht, dass die Spekulationen auf der AMD-Aktionärsversammlung vor zwei Tagen noch keine Beachtung fanden. Die AMD-Aktien hingegen verloren 15,7 Prozent an Wert, da sich die Investoren nicht sicher waren, ob AMD durch die enormen Kosten weiterhin mit Intel konkurrieren könne.

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