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AMD Radeon Pro SSG mit 1 TB SSD-Speicher vorgestellt

27.07.2016 | 12:48 Uhr |

AMD hat den Prototyp einer Grafikkarte mit der neuen SSG-Technologie vorgestellt. In ihr stecken zwei 512-GB-SSDs.

AMD wird im Jahr 2017 mit der Radeon Pro SSG die erste Profi-Grafikkarten mit 1 TB NAND-Flash-Speicher ausliefern. Dieser kommt bisher unter anderem bei SSDs zum Einsatz. AMD wird diesen Speicher über die selbst entwickelte SSG-Technologie (Solide State Graphics Technologie) auch bei Grafikkarten einsetzen. Dafür besitzt die Radeon Pro SSG mit Fiji-GPU zwei PCIe 3.0 M.2 Slots, in die der NAND-Speicher gesteckt werden kann.

Zusätzlich zum 1 bis 32 Gigabyte großen GPU-Speicher können damit die Grafikchips (GPUs) künftig auch auf den ebenfalls direkt verbundenen NAND-Speicher zugreifen. AMD präsentierte auf der SIGGRAPH-Konferenz den Prototyp einer Grafikkarte mit SSG-Technologie und 1 TB NAND-Speicher. In den SSD-Slots des Prototyps befanden sich zwei Samsung-SSDs mit jeweils 512 Gigabyte Speicherkapazität im RAID-0-Modus.

Bei der Vorstellung betonte AMD, dass die SSG-Technologe es künftig erlaube, die GPU mit deutlich mehr Speicher zu verbinden. Neben der Leistung der GPU spielt auch der dem Grafikchip zur Verfügung stehende Speicher eine wichtige Rolle, wenn es etwa um die Geschwindigkeit bei 4K, 8K oder VR geht.

Bei einer Tech-Demo auf der SIGGRAPH demonstrierte AMD die Möglichkeiten, die die SSG-Technologie bietet. Im ersten System steckte eine herkömmliche Profi-Grafikkarte, die ein 8K-Video (Auflösung 7680 x 4320 Pixeln) nur mit 17 Bildern pro Sekunde arg ruckelig abspielen konnte. Die gleiche Grafikkarte mit zusätzliche 1 TB NAND-Speicher spielte das 8K-Video nicht nur mit 90 Bildern pro Sekunde ab, sondern man konnte ohne Verzögerung innerhalb des Videos von einer Stelle zur nächsten springen.

Mit der Demo wollte AMD zeigen, dass der Einsatz von SSG nicht nur sinnvoll bei Anwendungsszenarien ist, bei denen naturgemäß viele Daten anfallen, sondern auch beispielsweise in der Videoproduktion.

So funktioniert AMDs neue SSG-Technologie
Vergrößern So funktioniert AMDs neue SSG-Technologie
© AMD

Diese Vorteile soll die SSG-Technologie bieten

AMD verwies bei der Vorstellung der SSG-Technologie darauf, dass GPU heutzutage nur auf vergleichsweise wenig Speicher zugreifen kann. Wenn die GPU mehr Arbeit erledigen wolle, müsse sie dies erst der CPU mitteilen, die dann die Daten aus dem RAM oder primären Speicher sammelt und zur Verfügung stellt. Das führt zwangsläufig zu einer Verzögerung. Dieser Umweg über die CPU entfalle mit SSG. Genauere Details verriet AMD nicht, aber offenbar basiert SSG auf dem PCIe Standard M.2 Interface.

SSG macht den GPU-Speicher nicht vollkommen überflüssig, weil dieser auch weiterhin die höchste Speicherbandbreite bietet. Stattdessen behandelt SSG den zur Verfügung stehenden GPU-Speicher (etwa GDDR5 oder HBM, Geschwindigkeit: bis zu 256 GBps) und den NAND-Speicher (Geschwindigkeit: bis zu 2 GBps) als einen großen Speicherpool. Wenn die GPU die benötigten Daten nicht im schnellen GPU-Speicher findet, wird danach im NAND-Speicher gesucht. Erst anschließend erfolgt eine Anfrage an die CPU.

Um die Vorteile von SSG ausnutzen zu können, sind spezielle Treiber notwendig und die Software muss entsprechend angepasst werden. Entwickler werden vor Veröffentlichung der Radeon Pro SSG die Möglichkeit erhalten, Entwicklerkits zu bestellen. Der saftige Preis hierfür: 9.999 US-Dollar.

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