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AMD: Puma setzt zum Sprung auf Intel an

18.05.2007 | 13:29 Uhr |

AMD schickt neue Notebook-Komponenten ins Rennen gegen Centrino. Die Prozessorfamilie Griffin und die Mobil-Plattform Puma bieten innovative Technik, die Intel Paroli bieten könnte – allerdings erst 2008.

Griffin ist der erste Prozessor, den AMD von Anfang an für den Einsatz in Notebooks entwickelt hat. Die Dual-Core-CPU besitzt pro Kern 1 MB L2-Cache. Jeder Kern kann abhängig von der Auslastung mit unterschiedlicher Taktrate und Spannung betrieben werden, um möglichst effizient zu arbeiten. Die Mobilprozessoren von Intel beherrschen dies derzeit nicht. Laut AMD kann Griffin dabei seine Taktrate auf ein Achtel der Originalfrequenz senken - ein 2-GHz-Prozessor würde dann also bis auf 250 MHz heruntergehen können.

Auch die im Prozessor integrierte Northbridge mit dem Speichercontroller besitzt eine eigene Spannungsversorgung. Vorteil: Die Prozessorkerne können im Schlafmodus bleiben, selbst wenn die im Chipsatz integrierte Grafiklogik über den Speichercontroller aufs RAM zugreift, denn nur die Northbridge muss in diesem Fall mit einer höheren Spannung versorgt werden.

Stromsparen soll Griffin auch durch die dynamischen Hypertransport-Kanäle, die Prozessor und Chipsatz verbinden: Sie lassen sich je nach Systemlast herunterregeln, und bei Bedarf sogar ganz abschalten.

Einen Traum vieler Notebook-Nutzer scheint AMD mit PowerXPress verwirklicht zu haben: Damit soll ein Mobilrechner dynamisch zwischen einer 3D-Grafikkarte und einer im Chipsatz integrierten 3D-Logik umschalten können. Im Netzbetrieb steht die volle 3D-Leistung bereit, zum Beispiel fürs Spielen. Im Akkubetrieb ist dann die stromsparende integrierte Grafik aktiv - der Wechsel soll ohne Neustart des Systems klappen. Da PowerXPress einen gemeinsamen Treiber für Chipsatz und 3D-Karte erfordert, wird es nur funktionieren, wenn beide Komponenten von AMD/ATI stammen.

Neben PowerXPress gehören zur Mobil-Plattform Puma der Chipsatz 780G, die Southbridge SB700 und der Mobilprozessor Griffin. Der 780G besitzt eine integrierte Grafik, die DirectX 10 unterstützt, sowie die Version 2.0 von PCI-Express - beides findet man bei Centrino derzeit nicht. Dagegen hat Intel mit Turbo Memory (Codename Robson) bereits verwirklicht, was AMD unter dem Namen Hyperflash anbieten will: Ein zusätzlicher Flash-Speicher soll schnellere Programmstarts und längere Akkulaufzeit ermöglichen.

Der große Wermutstropfen: Notebooks mit Griffin und Puma wird man voraussichtlich erst Mitte 2008 kaufen können. Bis dahin dürfte Intel aber ähnliche Technologien auch für Centrino anbieten.

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