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ALS-Forschung: Durchbruch dank Ice Bucket Challenge

11.08.2015 | 12:41 Uhr |

Der Internet-Meme Ice Bucket Challenge war ein großer Spaß - und hat der ALS-Forschung zu einem Durchbruch verholfen.

Im Sommer 2014 amüsierte die Ice Bucket Challenge die weltweite Internet-Gemeinde. Zigtausende Menschen - und viele Prominente - schütteten sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf und filmten sich dabei. Das Ganze diente vor allem einem guten Zweck und sollte die Öffentlichkeit dazu animieren, sich durch Spenden am Kampf gegen die Krankheit ALS (Amyothrophe Lateralsklerose) zu beteiligen.

Finanziell war die Aktion ein Erfolg: Bereits im August 2014 meldete die ALS Association, dass durch die Aktion Spenden von über 100 Millionen US-Dollar eingingen. Im gesamten Vorjahr waren es nur 2 Millionen US-Dollar.  Die Ice Bucket Challenge hat aber auch der ALS-Forschung selbst zum Durchbruch verholfen. Das hat der ALS-Forscher Jonathan Ling nun in einem auf Reddit abgehaltenen AMA (Ask me Anything) betont. 

Alle eingegangenen Spenden, so Ling, seien äußerst hilfreich bei der Erforschung einer Heilung von ALS gewesen. Konkret hätten die Spenden dabei geholfen, die Bedeutung des Proteins TDP-43 in Zellen zu erforschen. Sein Team habe dabei herausgefunden, dass TDP-43 in 97 Prozent aller ALS-Erkrankungen nicht mehr richtig funktioniere. Nachdem man dies nun wisse, könne man sich nun auf neue Therapien konzentrieren, bei denen die Arbeit von TDP-43 übernommen wird. Auf diese Weise ließe sich zwar ALS nicht heilen, aber das Fortschreiten der ALS-Erkrankung könnte deutlich verlangsamt werden. in den nächsten zwei bis drei Jahren könnten solche Therapielösungen zum ersten Mal an Kliniken getestet werden.

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