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Tragbares Keyboard zieht in den Krieg

19.07.2009 | 15:11 Uhr |

Der texanische Spezialist für widerstandsfähige Peripherie-Geräte iKey hat mit dem "AK-39" ein anziehbares Keyboard vorgestellt, das für den Einsatz auch bei starker elektromagnetischer Störausstrahlung (EMV) gedacht ist. Das Eingabegerät verspricht auch Beständigkeit gegen raue Umweltbedingungen, um eine zuverlässige Kommunikationsmöglichkeit zu bieten.

Gedacht ist das kompakt gehaltene Keyboard mit dem an Maschinengewehre erinnernden Namen insbesondere für den militärischen Einsatz. Das am Unterarm getragene Gerät behindere dem Hersteller zufolge dabei die Beweglichkeit des Trägers in keiner Weise.

"Das AK-39 ist das funktionellste und vielseitigste anziehbare Keyboard mit stabiler EMV-Leistung", sagt Pete Fuselier, iKey Engineering Manager. Es entspricht diesbezüglich dem US-Militärstandard MIL-461. Eine hohe Einsatztauglichkeit des Keyboards soll auch durch eine Abhärtung gegen diverse Umwelteinflüsse erreicht werden. So hält das AK-39 laut Hersteller im Betrieb 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von -40 bis 70 Grad aus. Auch Stoß- und Schmutzbeständigkeit stellt iKey in Aussicht. Das Keyboard ist auch darauf ausgelegt, von Nutzern in schwerer Kampfmontur und mit Handschuhen getragen zu werden. Dazu kann das AK-39 mittels Klettverschluss-Riemen befestigt werden. Das USB-Eingabegerät kann sowohl für Rechts- als auch Linkshänder konfiguriert werden und hat eine gebogene Rückseite, um einen möglichst hohen Tragekomfort zu sichern.

Die Abmessungen des AK-39 sind mit 168,9 mal 77,7 mal 20,6 Millimetern recht kompakt, was unter anderem dadurch erreicht wird, dass nur die 39 gebräuchlichsten Tasten auf dem Eingaberät zu finden sind. Neben der auf das Notwendigste beschränkten Tastatur bietet das Keyboard laut Hersteller aber auch ein Zeigegerät mit Zweitasten-Funktionalität. Es nutzt die Druck-basierte FSR-Technologie, die beispielsweise bei Touchpads zur Unterschriftenerfasssung gebräuchlich ist. Außerdem gibt es eine grüne LED-Hintergrundbeleuchtung, die iKey zufolge auch in einer mit Nachtsichtgeräten kompatiblen Version angeboten wird.

Dazu, ob das Kampf-Keyboard auch für nicht-militärische Kunden verfügbar sein wird, hat iKey noch keine Informationen publik gemacht. Nach Experten-Ansicht bestünde daran aber nicht unbedingt ein Bedarf. "Im zivilen Bereich sind gewebte und in jedem Fall flexible Keyboards einzusetzen", meint Astrid Böger, Juniorprofessorin für Tragbare Elektronik und Rechentechnik an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus , gegenüber pressetext. Der Ausgangspunkt dafür seien Ansätze, wie sie Unternehmen wie etwa Urban Tool beispielsweise für die Steuerung von iPods nutzen. "Für den militärischen Einsatz steht natürlich die Verlässlichkeit und Robustheit im Vordergrund", sagt die Wissenschaftlerin. Solche Tastaturen hätten aus ihrer Sicht im privaten Bereich aber sehr geringe Marktchancen, außer möglicherweise im Gamer-Segment. "Eine Anpassung an personalisierte Bedürfnisse ist eher aus der Richtung Eleksen zu erwarten", so Dröger abschließend. (pte)

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