Vista
8. Das ist neu: So bootet Vista
Die im Bios-Setup festgelegte Bootreihenfolge sagt dem PC, von welchem Laufwerk er booten soll und lädt von dessen erstem Sektor den MBR (Master Boot Record). Dieser weiß über das Laufwerk Bescheid und lädt den PBR (Partition Boot Record) der aktiven Bootpartition. Erst jetzt kommt das Betriebssystem ins Spiel: Der Bootsektor startet den Windows-Boot-Manager, hinter dem das Programm BOOTMGR.EXE steht. Dieses stellt ein Bootmenü bereit und bezieht die Informationen dazu aus der BCD-Datenbank (Boot Configuration Data).
Ist Vista als Betriebssystem ausgewählt, tritt nach dem Menü das Programm Winload.EXE in Aktion, das den Kernel sowie die zum Systemstart nötigen Kernel-Treiber lädt.
Bei herkömmlichen PCs mit Bios sitzt diese Datenbank in einer Datei auf der Startpartition als \Boot\BCD. Bei EFI-Computern liegt die Datei auf dem eigenen EFI-Dateisystem unter FI\Microsoft\Boot\. Wozu die Unterscheidung? Bei EFI-fähigen Computern übernimmt die Firmware alle Startvorgänge bis zu diesem Punkt und lädt die BCD selbst. Allerdings ist der physikalische Speicherort nicht von Belang, denn wegen der Dateistruktur ist das Ändern per Text-Editor nicht möglich. Unter Windows Vista können Anwender die Booteinträge nur mit dem sperrigen Tool Bcdedit.EXE bearbeiten.
Winload.EXE: Dieses Hilfsprogramm übernimmt – wie NTLDR bei Windows NT/2000/XP – den Start des Betriebssystems. Im Wesentlichen startet es den Vista-Kernel Ntoskrnl.EXE aus dem Verzeichnis \Windows\System32\, initialisiert die Hardware-Abstraktionsschicht HAL.DLL und lädt den Registry-Schlüssel SYSTEM in den Speicher.
Auf Basis dieses Registry-Infos startet es außerdem alle dort eingetragenen, für den Bootvorgang nötigen Treiber, bevor es dem System die Kontrolle über den PC übergibt.

