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7,8 Milliarden Dollar für Englisch

27.03.2001 | 15:37 Uhr |

Fast alles lässt sich berechnen. Sogar der Wert einer Sprache. Die Sprache, in der Shakespeare seine unvergänglichen Meisterwerke schrieb und in der die Spice Girls ihre Lebensfreude in die Welt hinausträllern, soll rund 7,8 Milliarden Dollar wert sein. Allerdings nur deshalb, weil ein Großteil der Websites in Englisch verfasst ist.

Fast alles lässt sich berechnen. Sogar der Wert einer Sprache. Die Sprache, in der Shakespeare seine unvergänglichen Meisterwerke schrieb und in der die Spice Girls ihre Lebensfreude in die Welt hinausträllern, soll rund 7,8 Milliarden Dollar wert sein. Allerdings nur deshalb, weil ein Großteil der Websites in Englisch verfasst ist. Dies meldet zumindest BBC Online.

Denn nicht Shakespeare, George Bernard Shaw, James Joyce oder Marc Twain sind für diesen enormen ökonomischen Wert der englischen Sprache verwantwortlich. Eher schon Bill Gates, Steve Ballmer, Jeff Bezos, Michael Dell - und Linus Torvalds, die sich international auf Englisch verständigt.

90 Prozent aller an das Internet angeschlossenen Rechner stehen in Englisch sprechenden Staaten und mehr als 80 Prozent aller Websites sind in der Sprache von Bill Gates verfasst. Ebenfalls 80 Prozent aller internationalen Organisationen benutzen Englisch mehr oder weniger als ihre Hauptsprache. Die internationale Führungsrolle der USA steigert diesen Wert weiter.

Deshalb wird der ökonomische Wert der englischen Sprache auf rund 7,8 Milliarden Dollar berechnet. Japanisch bringt es auf 4,24 Milliarden Dollar. Deutsch liegt mit einem Wert von immerhin 2,55 Milliarden Dollar auf dem dritten Platz; der Anteil der deutschsprachigen Homepages beträgt rund fünf Prozent. Spanisch ist 1,79 Milliarden wert und belegt den vierten Rang.

Chinesisch spielt dieser Studie zufolge keine Rolle. Das könnte sich aber ändern, wenn die Verbreitung des Internets in China zunimmt. Ob das allerdings angesichts der regiden Sicherheitsbestimmung und Zensurmaßnahmen so schnell der Fall sein wird, darf man getrost bezweifeln. So gesehen können sich Ballmer & Co. noch eine ganze Weile über diese Spitzenposition freuen. (PC-WELT, 27.03.2001, hc)

www.bbc.co.uk

Auch in China: Internetfirmen in der Krise (PC-WELT Online, 19.02.2001)

Internetchaos in China (PC-WELT Online, 09.02.2001)

Razzia in Internet-Cafes (PC-WELT Online, 09.01.2001)

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