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6 Jahre Haft für den Vertrieb von Windows-Raubkopien und Steuerhinterziehung

29.05.2015 | 09:56 Uhr |

Das Landgericht Halle hat am Donnerstag einen der Chefs des Online-Händlers PC Fritz wegen gewerbsmäßigen Betrugs sowie Verstößen gegen das Urheber- und Markenrecht zu einer Haftstrafe von 6 Jahren und 3 Monaten verurteilt.

PC Fritz hatte im großen Stil mit gefälschter preiswerter Windows-Software gehandelt. Zunächst hatte der Online-Händler Windows-7-Datenträger mit gefälschten Echtheitszertifikaten verkauft. Nach mehreren Razzien bei PC Fritz ( PC-WELT berichtete ) ging der Händler dazu über nur noch Product Keys zusammen mit Download-Links zu vertreiben. Mit dieser Masche sollen die Hintermänner zwischen 2012 und 2014 Einnahmen von rund neun Millionen Euro erzielt haben.

Der nun verurteilte 31-jährige Berliner hatte gestanden über PC Fritz hunderttausende Raubkopien von Microsoft-Produkten vertrieben zu haben. In seinem Strafmaß von über 6 Jahren ist auch eine Strafe wegen Steuerhinterziehung in der Höhe von 900.000 Euro enthalten. Deswegen wurde er Anfang März zu 4 Jahren und 9 Monaten verurteilt.

In dem Strafverfahren wegen gewerbsmäßigen Betrugs sowie gewerbsmäßigen Urheber- und Markenrechtsverletzungen wurden zunächst vier Hintermänner des Online-Shops angeklagt. Nach dem Geständnis des Haupttäters wurde sein Verfahren abgetrennt, und er wurde nun verurteilt.

Der ehemalige Geschäftsführer von PC Fritz befindet sich derzeit in einem Zeugenschutzprogramm. Er behauptet nur ein Strohmann gewesen zu sein ( PC-WELT berichtete ). In dem Prozessen gegen die Hintermänner von PC Fritz seht er als Kronzeuge zur Verfügung. Gegen ihn läuft ein gesondertes Ermittlungsverfahren.

Bei Microsoft äußerte sich Dr. Julia Keim, Rechtsanwältin zu dem Urteil: „Wir begrüßen die Entscheidung des Gerichts. Es hat somit eindeutig festgestellt, dass es sich bei den Produkten, die PC Fritz vertrieben hat, um Raubkopien handelt. […] Softwarepiraterie ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die nicht nur den einzelnen Unternehmen schadet, sondern in besonderem Maße auch den Käufern. Die hohe Haftstrafe verdeutlicht dies.“

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