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5000 Internet-Fahnder statt 29 gefordert

31.12.2001 | 14:57 Uhr |

Der Mangel an Internet-Fahndern verhindert nach Ansicht der Polizeigewerkschaft in Deutschland die Aufklärung vieler Verbrechen. Gerade die Kinderpornografie könne nur unzureichend bekämpft werden, kritisiert die Deutsche Polizeigewerkschaft. Bei Internet-Delikten gebe es eine direkte Verbindung zwischen der Zahl der Fahnder und aufgedeckten Verbrechen.

Der Mangel an Internet-Fahndern verhindert nach Ansicht der Polizeigewerkschaft in Deutschland die Aufklärung vieler Verbrechen. Gerade die Kinderpornografie könne nur unzureichend bekämpft werden, kritisierte die Deutsche Polizeigewerkschaft in der Welt am Sonntag . Bei Internet-Delikten gebe es eine direkte Verbindung zwischen der Zahl der Fahnder und aufgedeckten Verbrechen, sagte Rainer Wendt, stellvertretender Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft.

Nach internen Schätzungen der Polizei gibt es weltweit rund 50 Millionen Bilder mit Kinderpornografie auf Servern. Der Besitz von Kinderpornographie ist seit 1993 in Deutschland verboten. Seit dem nimmt die Zahl der gemeldeten und zur Anzeige gebrachten Fälle zu. So werden beispielsweise in Hamburg vor allem die Besucher der im Ausland stehenden Server von der Polizei verfolgt - von zwei Beamten, die erst aktiv werden, wenn ein konkreter Verdacht vorliegt. Beim Hamburger Landeskriminalamt sind im Jahr 2001 etwa 450 konkrete Hinweise eingegangen, in 80 Fällen wurde ermittelt.

Nur das Bundeskriminalamt und das bayrische Landeskriminalamt verfügen über eigene Internet-Fahnder. Statt dieser insgesamt 29 Internet-Fahnder müssten laut Rainer Wendt 5000 solcher Stellen geschaffen und entsprechend ausgerüstet werden, um die zunehmenden Verbrechen nicht nur im Bereich der Kinderpornografie, sondern auch der Wirtschaftskriminalität und des Staatsschutzes wirksam zu bekämpfen.

Auch der Deutsche Kinderschutzbund kritisierte die viel zu geringe Fahndung im Internet. "Der Markt für Kinderpornografie wächst, dem sind die wenigen Fahnder gar nicht gewachsen", sagte Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers. Weil es vielen Bundesländern an Geld fehle, habe der Kinderschutzbund finanziert von einer Hamburger Versicherungsgesellschaft schon vor Jahren Internet-Seminare für Polizisten angeboten.

Große Aktion gegen Kinderpornographie im Internet (PC-WELT Online, 29.11.2001)

Umfassender Schlag gegen Kinderpornos im Internet (PC-WELT Online, 09.08.2001)

Wurm sucht Kinderpornos (PC-WELT Online, 28.05.2001)

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