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500 MB für knapp 20 Mark

09.01.2001 | 15:35 Uhr |

Auf der Consumer Electronic Show hat die Firma DataPlay eine Diskette von der Größe einer Briefmarke vorgestellt, die nicht nur in Bezug auf die Kapazität, sondern vor allem aufgrund des niedrigen Preises für Furore sorgen wird.

Auf der CES (Consumer Electronic Show) hat die Firma DataPlay eine Diskette von der Größe einer Briefmarke vorgestellt, die 500 Megabyte beherbergen kann. Das Interessante ist allerdings der Preis, der nach Angaben der Firma zwischen fünf und zehn Dollar liegen soll.

Die Kapazität des Mediums reicht aus, um beispielsweise MP3-Dateien für elf Stunden oder fünf komplette Musik-CDs abzuspeichern. Eingebaut in eine Digitalkamera können Fotosüchtige damit Hunderte von qualitativ hochwertigen Bildern schießen.

Ein Vergleich mit anderen Speichermedien zeigt, welchen Vorsprung diese Technologie hat. So kostet beispielsweise eine 128 Megabyte große Flash-Karte eines No-Name-Herstellers etwa 580 Mark, ein Memory Stick von Sony mit 64 Megabyte Fassungsvermögen schlägt mit rund 320 Mark zu Buche. Selbst die recht günstigen PocketZip-Disketten von Iomega mit 40 Megabyte Speicherplatz kosten noch 24 Mark.

Auch die Musikindustrie freut sich über die Neuentwicklung. Über ein integriertes Kopierschutzsystem ist es für Plattenfirmen möglich, neue Alben oder Albensammlungen auf diesem Medium anzubieten, ohne Raubkopien fürchten zu müssen.

So beurteilt Jay Samit, Vizepräsident von EMI die DataPlay-Disk durchaus positiv: "DataPlay wird die Entdeckung und Produktion von Musik weiter vorantreiben und das Wachstum unserer Industrie sichern."

Die Möglichkeiten des Mediums sind dementsprechend nahezu unbegrenzt. Das Medium ist universell einsetzbar, ob in Video-Kameras, E-Book-Readern, PCs, MP3-Spielern oder kleinen Spielcomputern ähnlich dem Gameboy.

Über einen USB-Player/Recorder sollen die Disketten mit jedem PC genutzt werden können, der über einen USB-Anschluss verfügt. Dieses Laufwerk soll DataPlay der Industrie für rund 100 Dollar anbieten. Preise für Endkonsumenten stehen allerdings noch nicht fest.

Verschiedene Unternehmen unterstützen bereits das Projekt, unter anderem Firmen wie Universal Music Group, Creative Labs, Samsung oder Toshiba. Die Anwender dürfen sich also auf einen heißen Herbst 2001 gefasst machen, wenn die ersten Produkte in den Regalen stehen sollen. (PC-WELT, 09.01.2001, mp)

PC-WELT Ratgeber: Trend: Neue Speichermedien

Handliches Speichermonster (PC-WELT Online, 08.01.2001)

MP3-Player von Iomega (PC-WELT Online, 27.10.2000)

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