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Gigabyte Geforce GTX 295 1792MB

10.02.2009 | 17:10 Uhr |

Doppeldecker-Grafikkarte mit zwei High-End-Grafikchips. Klar, dass sie damit Leistung ohne Ende bringt - allerdings nicht in jeder Anwendung. Für welche Anwendungen sich die Investition lohnt, erfahren Sie hier.

Diese Grafikkarte sieht ganz anders aus als "normale" Grafikkarten. Sie ist lang. Dick ist sie obendrein, also etwa zwei Slotbleche breit. Nimmt man sie in die Hand, fühlt sie sich wie ein massives Stück Handarbeit an. Sie wirkt durch das Metallgehäuse sehr robust und ist mit einem Gewicht von 1,2 Kilogramm ziemlich schwer. Eine Art Lochblech umschließt die empfindliche Technik. Das Gehäuse besitzt einige Aussparungen, etwa für den Lüfter, den Kühlkörper und für die Stromanschlüsse. Im Inneren des Gehäuses sind zwei Grafikkarten zu einem SLI-Verbund zusammengeschaltet. Jede der beiden Grafikkarten verfügt über einen eigenen Grafikchip - hierbei handelt es sich um GT200-Kerne, die im 55-Nanometer-Verfahren hergestellt sind. Sie besitzen jeweils 28 ROPs (Raster Operation Processor) und 240 Shader. Die Chips arbeiten mit einem Takt von 576 MHz. Sie greifen über eine 448 Bit breite Speicherschnittstelle auf jeweils 896 MB, also insgesamt 1792 MB GDDR3-RAM zu. Gespannt installieren wir die Grafikkarte in unserem Test-PC, um zu sehen, wie stark die Technik Benchmarks und aktuelle 3D-Titel beschleunigt.

3D-Leistung: Für 465 Euro bekommen Sie eine Grafikkarte, die sich mit großem Abstand an die Spitze des Testfelds setzte - aber nur im DirectX-10-Modus. Unter DirectX 9 ist sie in etwa so schnell wie eine Grafikkarte mit nur einem Chip: Im 3D-Mark 06 etwa erreichte die Gigabyte GTX 295 15.906 3D-Marks. Das ist nur etwa so flott wie eine Grafikkarte mit einem Geforce-GTX-285-Grafikchip - beispielsweise die Zotac Geforce GTX285 Amp! Edition, die auf 15.828 3D-Marks kam. Bei DirectX 10 sieht die Sache anders aus: Das einfache Modell kam auf 11.978 3D-Marks, der Doppeldecker auf 14.665 3D-Marks und war damit 22 Prozent flotter. Mit die größte Herausforderung in der 3D-Praxis ist das 3D-Spiel Crysis, denn es ist grafisch sehr aufwändig, erzeugt damit aber auch sehr realistische Grafik. Bei 1600 x 1200 Bildpunkten und höchster Bildqualität erreichte die 285er 29, die 295er 39 Bilder/s - ein 35prozentiges Leistungsplus! Während für eine Geforce GTX 285 damit die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht ist, können Sie die Auflösung bei der Doppeldecker-Grafikkarte noch weiter nach oben drehen - bei 1920 x 1200 Pixeln erreichte die Gigabyte Geforce GTX 285 immer noch superflüssige 35 Bilder/s.

Ausstattung & Handhabung: Der Speicherausbau ist mit 2x 896 MB gigantisch groß. Die Schnittstellenausstattung ist ebenfalls lobenswert: Es stehen zwei DVI-Buchsen sowie ein HDMI-Anschluss zur Verfügung. Bei der Installation der Grafikkarte müssen Sie darauf achten, dass Sie von Ihrem Netzteil sowohl ein 6poliges, als auch ein 8poliges Kabel anschließen - ansonsten funktioniert die Grafikkarte nicht. Auch ist es laut Hersteller wichtig, ein Netzteil zu besitzen, welches mindestens eine Leistung von 680 Watt liefert.

Fazit: Diese Grafikkarte kann ihre Leistung nur bei DirectX-10-Titeln und bei Auflösungen ab 1600 x 1200 Bildpunkten entfalten. Bei niedriger Bildqualität ist sie genauso flott wie ein 100 Euro günstigeres Modell mit nur einem Grafikchip.

Alternativen: Zu dieser Grafikkarte gibt es eigentlich keine Alternative - außer natürlich die 295er-Modelle anderer Hersteller, die ebenfalls auf dem Nvidia-Refernzdesign basieren. Statt einem Doppeldecker haben Sie aber natürlich zumindest die Möglichkeit, zwei High-End-Grafikkarten über einen SLI-Verbund zusammenzuschalten - verwenden Sie beispielsweise zwei Zotac Geforce GTX285 Amp! Edition oder zwei Asus ENGTX285 TOP . Vom Preis her gesehen ist das natürlich kein Gewinn, da die Karten nämlich rund 350 Euro pro Stück kosten.

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