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40 Jahre VW Passat im Zeitraffer

25.07.2013 | 11:14 Uhr |

Ab Juli 1973 fuhren die ersten VW Passat bei den Händlern vor. Dienstwagen-Fahrer hatten einen neuen Liebling, Handwerker einen neuen Lademeister, Familien-Oberhäupter eine neue Familien-Kutsche. Mit wassergekühltem Frontmotor und Frontantrieb. Bisher heute lieferte VW über 20 Millionen Passat weltweit aus. Die sieben Generationen des Passats im Überblick

Die Produktion des aktuellen VW Passat läuft derzeit eher schleppend in Emden. Eine Folge der Absatzflaute, unter der die Automobil-Branche schon seit einiger Zeit leidet. Dazu passt so gar nicht, dass der Passat sein 40-jähriges Jubiläum feiert: Denn im Juli 1973 begann Volkswagen mit der Auslieferung der ersten Passat-Generation. Der Passat war nach dem Golf (der den VW Käfer als Hauptmodell ablöste) das wichtigste Fahrzeug von VW (neben dem Typ 2 alias VW Bus, der noch einige Jahre lang mit Heckantrieb und Heckmotor gebaut wurde). Der Passat mit wassergekühltem Frontmotor und Frontantrieb ersetzte die luftgekühlten Vorgänger Typ 3 und Typ 4 (411/412) sowie den bereits wassergekühlten K70.

Zwischen dem Passat der zweiten und der siebenten Generation liegen dreieinhalb Jahrzehnte.
Vergrößern Zwischen dem Passat der zweiten und der siebenten Generation liegen dreieinhalb Jahrzehnte.
© VW

Volkswagen stellte den Passat im Mai 1973 vor. Giorgio Giugiaro war für die Form des Schrägheckwagens verantwortlich. Bald folgte eine Kombiversion namens Variant. Der erste Passat – der auf dem damaligen Audi 80 basierte – blieb bis 1980 im Programm. 2,5 Millionen Einheiten des sogenannten B1 entstanden.

Vorläufer des aktuellen Passat TDI BlueMotion war die Formel E-Ausführung des Passat B2 mit verbrauchsreduzierenden Maßnahmen bis hin zum Startstopp-System.
Vergrößern Vorläufer des aktuellen Passat TDI BlueMotion war die Formel E-Ausführung des Passat B2 mit verbrauchsreduzierenden Maßnahmen bis hin zum Startstopp-System.
© VW

Den Nachfolger B2 gab es wiederum mit Schräg- und Kombiheck; er wurde bis 1987 angeboten. Ihn gab es auch mit Allradantrieb, Turbodiesel, Fünfzylinder-Ottomotor und mit der verbrauchs-reduzierenden Formel E als Vorläufer der heutigen BlueMotion-Technology.

Von 1984 bis 2012 lief der vom Passat B2 abgeleitete Volkswagen Santana in China vom Band. Er prägte den Ruf von Volkswagen in China nachhaltig.
Vergrößern Von 1984 bis 2012 lief der vom Passat B2 abgeleitete Volkswagen Santana in China vom Band. Er prägte den Ruf von Volkswagen in China nachhaltig.
© VW

Die Stufenheck-Variante des B2 hörte auf den Namen Santana und wurde noch lange nach dem Produktionsstopp in Deutschland in China weiter gebaut – bis 2012. Mit dem Santana schaffte VW den Durchbruch im Reich der Mitte. Eine modifizierte Langversion – der Vista – läuft dort weiterhin vom Band. Mit fast 5,5 Millionen Einheiten ist der zweite Passat einschließlich aller seiner Varianten die bis heute meist produzierte Modellreihe der gesamten Passat-Familie.

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Die Passat-Modelle der dritten (1987 bis 1993) B3 und vierten Generation (1993 bis 1997) B4 wurden ausschließlich mit Stufen- oder Kombiheck gefertigt, eine Schrägheckversion gab es für die Passat-Familie nicht mehr. Neu war hier der platzsparende Quereinbau von Motor (jetzt auch mit TDI) und Getriebe, was deutlich mehr Platz im Innenraum ermöglichte.

Der B3 sorgte bei der Vorstellung für Diskussionen wegen seiner eigenwilligen Optik: VW verzichtete nämlich auf einen klassischen Kühlergrill, seine Luft bezog der Motor stattdessen durch das VW-Emblem an der Motorhaube. Mit dem B4 verzichtete VW wieder auf diese umstrittene Optik. Von der dritten Passat-Modellreihe wurden rund 1,6 Millionen Einheiten ausgeliefert. Vom B4 waren es 700.000 Stück.

Vor genau 40 Jahren kam der erste Passat auf den Markt. Für eine laut VW Höherpositionierung der Baureihe sorgte der ab 1996 gebaute Passat der fünften Generation.
Vergrößern Vor genau 40 Jahren kam der erste Passat auf den Markt. Für eine laut VW Höherpositionierung der Baureihe sorgte der ab 1996 gebaute Passat der fünften Generation.
© VW

Die fünfte Generation B5 (1996 bis 2005) sollte dem Rost mit einer vollverzinkten Karosserie trotzen. Dazu gab es Vier-, Fünf- Sechs- und Achtzylinder-Motoren. Insgesamt wurden weltweit über vier Millionen Modelle der fünften Generation ausgeliefert.

Der von Frühjahr 2006 bis 2009 angebotene, rund 1,7 Millionen mal produzierte Passat B6 brachte eine zusätzliche Karosserie-Variante ins Spiel: den CC, ein flottes viertüriges Coupé. Mittlerweile vermarktet VW den CC als eigenständiges Modell . Die betriebswirtschaftliche Planung hinter dem CC war und ist denkbar schlicht: Wir nehmen ein bewährtes Volumenmodell, peppen es optisch etwas auf und verlangen dafür dann deutlich mehr Geld vom Kunden. Diese Vorgehensweise ist aber nicht auf Volkswagen beschränkt: Praktisch alle Premium-Hersteller verkaufen von einer alltagstauglichen Vier- oder Fünftürer-Limousine eine für den Alltagseinsatz etwas eingeschränktere aber aufgehübschte Coupé-Variante gegen Aufpreis (jüngstes Beispiel ist das BMW 4er-Coupé auf der Basis des BMW 3er). Für den B6 gab es auch ein Doppelkupplungsgetriebe DSG und eine verbrauchsarme Bluemotion-Versionen.

Der Passat B7 brachte neben dem oben bereits erwähnten eigenständigen CC ein weiteres Derivat mit sich – den Alltrack mit höher gelegter Karosserie und optionalem Allradantrieb. Sozusagen die SUV-Variante der Familien-Kutsche. Im Ausland gefertigte, eigenständige Modelle wie der chinesische New Midsize Sedan und der in den USA hergestellte Passat komplettierten die weltweite Passat-Familie.

Bis Ende 2012 lieferte Volkswagen insgesamt über 20 Millionen Passat und Passat-Derivate weltweit aus.

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