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3GSM: Neue Handy-Features verlangen nach mehr Sicherheit

14.02.2007 | 12:07 Uhr |

Auf der 3GSM in Barcelona haben sich diverse Aussteller dafür ausgesprochen, dass neue und stärkere Sicherheitsvorkehrungen für Mobiltelefone her müssen.

Die stetig steigende Funktionalität von Mobiltelefonen - künftig könnten sie auch für das Aufsperren von Türen verantwortlich sein oder während einer Shopping-Tour statt der Kreditkarte zum Einsatz kommen - lässt die Forderungen nach neuen und stärkeren Sicherheitsprodukten laut werden.

"Es geht darum, dass die Geräte mehr und mehr zu mobilen Computern werden“, erklärte Ofir Zukovsky, Sales Director bei Discretix. Die Firma beschäftigt sich mit der Entwicklung von Sicherheitsprodukten, angefangen bei der Verschlüsselung über den Content-Schutz bis hin zur Schlüssel-Verwaltung - die Implementierung der Technologien muss dann allerdings seitens der Hersteller erfolgen.

Bereits verfügbare Applikationen, wie eine Kamera, können zu Problemen führen. Die auf dem Handy gespeicherten Fotos von Familienmitgliedern etwa in Kombination mit anderen persönlichen Informationen könnten bestimmte Arten des Identitätsdiebstahls ermöglichen, so Zukovsky.

Künftige Anwendungen, die eventuell den Fingerabdruck enthalten, sind ein potenziell (noch) höheres Risiko, wenn das Mobiltelefon eines Nutzers gestohlen oder gehackt wird, sagt Minassian, Vice President für Strategic Planning und Systems Engineering bei der Firma Spansion, die ebenfalls im Bereich Sicherheitsprodukte tätig ist.

Eine Technologie von Spansion kann im Flash-Speicher von Mobiltelefonen eingesetzt werden. Sie kann dazu eingesetzt werden, dem Nutzer eine sichere Umgebung für die steigende Anzahl an herunterladbaren Anwendungen an die Hand zu geben. Die Technologie von Spansion erlaubt es Anwendern vorzugeben, ob eine Anwendung in einer sicheren Umgebung - Sandbox-Technologie lässt grüßen - laufen soll: Und wenn sich in der Anwendung bösartiger Code verbirgt, wird das Mobiltelefon nicht beschädigt und Anwender können sie auf einfach Art und Weise löschen, so Minassian.

Ein andere Sicherheits-Technologie erlaubt es Nutzern, die mit Handys gemachten Fotos in einem sicheren Bereich aufzuheben. Im Hinblick auf die Ausführungen von Zukovsky bezüglich Identitätsdiebstahl würde dieses Features dann beispielsweise bei Fotos von Familienmitgliedern Sinn machen.

Sowohl Spansion als auch Discretix setzen auf Sicherheit auf der Hardware-Ebene. Antivirus-Software sei zwar einfach zu installieren - da es sich um Software handelt, kann sie von Crackern aber auch einfacher durchbrochen werden und die Performance von Geräten verschlechtern, meint Minassian. Hardware- oder Firmware-basierte Lösungen sind seiner Erfahrung nach schwieriger zu umgehen.

Der Nachteil der von Discretix und Spansion angebotenen Technologien ist, dass sie von Chip-Herstellern und Handy-Herstellern erst noch genommen und implementiert werden müssten - ein Prozess der zwei Jahre dauern könnte, sagt Minassian. Letztendlich rüstet sich die Firma dafür, bereit zu sein, wenn das Handy als echte mobile Geldbörse kommt.

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