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Google hilft Windows auf die Sprünge

21.03.2010 | 15:36 Uhr |

Google hat in der vergangenen Woche ein Projekt vorgestellt, mit dem der aufkommende Standard WebGL für Hardware-beschleunigte 3D-Grafik im Web noch breiter anwendbar wird. Denn "Almost Native Graphics Layer Engine" (ANGLE) verspricht die Möglichkeit, WebGL auch mit Microsofts Direct3D als darunter liegende Technologie zu nutzen.

So will Google WebGL unter Windows auf die Sprünge helfen, wo die normalerweise vom Standard genutzte Grafikschnittstelle OpenGL nicht immer durch passende Treiber unterstützt wird. Damit ist das Projekt ein erster Schritt für WebGL, um auch Microsoft-Domänen zu erobern - was insgesamt ein harter Kampf werden dürfte.

WebGL ist ein Standard der Khronos Group, zu dem Ende 2009 ein erster Spezifikationsentwurf erschienen ist. Er macht die Grafikspezifikation OpenGL aus dem Browser heraus zugänglich, um Hardware-beschleunigte Grafik im Web zu ermöglichen. Dass OpenGL genutzt wird, sei unter OS X oder Linux kein Problem, so Henry Bridge, Product Manager bei Google.

"Unter Windows nutzen die meisten grafikintensiven Anwendungen aber Microsofts Direct3D-APIs statt OpenGL. Somit sind OpenGL-Treiber oft nicht verfügbar ", schreibt Bridge im Chromium Blog. Für dieses Problem soll ANGLE Abhilfe schaffen, indem es WebGL erlaubt, mit Direct3D-Aufrufen zu arbeiten. Google greift damit eine Idee auf, die schon vor einiger Zeit von Mozilla-Entwicklern vorgeschlagen wurde.

Googles ANGLE ist also ein interessanter Schritt für WebGL, um auch unter Windows besser Fuß zu fassen. Allerdings ändert das nur wenig daran, dass Microsoft eine Hürde für WebGL auf dem Weg zu einem allgemein akzeptierten Standard bleibt. IE-General-Manager Dean Hachamovitch hat sich anlässlich der Vorschau auf auf IE9 Anfang dieser Woche eher ablehnend gezeigt.

(pte)

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