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3D-TV nächstes Jahr?

10.03.2006 | 14:45 Uhr |

Die Unterhaltungselektronikkonzerne bündeln ihre Kräfte, um dem räumlichen Fernseherlebnis zum Durchbruch zu verhelfen.

Was Grundig während der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin auf 32-Zoll-TFTs präsentierte, war eine Weltneuheit: Die Objekte, die etwa einen halben Meter nach vorn und hinten aus dem Bildschirm zu ragen schienen, stammten nicht aus einem vorproduzierten Film, sondern von einer Stereo-Kamera, die wenige Meter weiter im Live-Betrieb arbeitete. Im Gegensatz zu Filmen, die bei der Nachbearbeitung in Ruhe auf Tiefe getrimmt werden können, bleibt bei derartigen Echtzeitanwendungen kein Spielraum für Handarbeit.

Die 3D-Information muss in rasendem Tempo aus den Kamerabildern extrahiert und auf dem Display dargestellt werden (siehe Abschnitt "So entstehen 3D-Bilder"), damit der Zuschauer ein flüssiges räumliches Bild sieht. Vier Unternehmen hatten kooperiert, um die gesamte Kette aus Kamera, Bildverarbeitung, 3D- und Fernsehtechnik zu demonstrieren, die spätestens ab dem Jahr 2007 ein räumliches Bild in unsere Wohnzimmer bringen soll.

WELTPREMIERE Grundig bot die Plattform, auf der die Gemeinschaftsleistung 3D-TV präsentiert wurde - leider ist bedrucktes Papier von 3D noch weiter weg als die Fernsehtechnik
Vergrößern WELTPREMIERE Grundig bot die Plattform, auf der die Gemeinschaftsleistung 3D-TV präsentiert wurde - leider ist bedrucktes Papier von 3D noch weiter weg als die Fernsehtechnik

KURZE GESCHICHTE: 3D-Ansätze für Fernseher oder Kino gibt es viele. Alle liefern dem rechten und linken Auge ein leicht unterschiedliches Bild, was vom Gehirn als räumliche Information interpretiert wird. Doch kein Verfahren konnte sich bislang durchsetzen, jedes hat spezifische Nachteile. Rot und grün (oder blau) eingefärbte Bilder für das rechte und linke Auge lassen sich beispielsweise sehr leicht darstellen, aber wer will schon deswegen Farbbrillen auf der Nase tragen. Als weniger störend wird die farblich neutrale und ähnlich leichte Polarisationsbrille empfunden, doch können übliche Fernsehgeräte das für jedes Auge anders polarisierte Licht nicht erzeugen. Shutter-Brillen, die ihre Gläser im Takt der angezeigten Bilder gegenläufig auf- und abblenden, benötigen von den Monitoren ein Synchronisationssignal und fallen wegen der erforderlichen Elektronik wuchtiger aus. Und all diese Verfahren sind ungünstig für Brillenträger.

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