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3D Mailbox: Pralle Strandschönheiten statt öde Textmails

03.08.2007 | 14:36 Uhr |

Ein Mail-Client soll schlank sein und das tägliche Arbeiten mit Mails vereinfachen? Das mag für Thunderbird, Windows Mail & Co. gelten, aber bei 3D Mailbox standen völlig andere Gesichtspunkte im Mittelpunkt. Hier mutiert das schnöde Mail-Postfach zu einer wunderschönen Insel und jede eingehende Mail wird durch eine Strandschönheit dargestellt, die dem Urlaubsparadies einen Besuch abstattet.

"Bringen Sie Mails zum Leben", versprechen die Entwickler von 3D Mailbox und bieten dazu auch einen witzigen, einminütigen Trailer an (unser Lieblingssatz aus diesem schmissigen Trailer: „Go where no Email has gone before“).

Nach der Installation werden bestehende Mail-Konten auf dem Rechner erkannt und 3D Mailbox bietet automatisch die Möglichkeit an, die bestehenden Einstellungen zu übernehmen. Positiv: 3D Mailbox offeriert selbstständig die Option, dass Mails auf dem Mailserver gelassen werden können, so dass sie über einen anderen, echten Mail-Client weiterhin abrufbar sind.

Anschließend präsentiert sich zum ersten Mal das neue Mail-Urlaubsparadies. Jede eintrudelnde Mail wird mittels einer virtuellen Strandschönheit dargestellt, die sich zunächst bei einem Pförtner anmelden muss, der entscheidet, ob es sich um Spam oder eine gutartige Nachricht handelt. Erst danach darf sich die Mail auf dem Gelände austoben, sich sonnen oder im Pool plantschen. Mit einem Mausklick auf eine der virtuellen Personen können Sie den Inhalt der Mail lesen. Witzig: Wird eine Mail manuell oder automatisch als Spam klassifiziert, wird aus der Strandschönheit eine dicke, unansehnliche Person im Sumo-Ringer-Format, die am Strand darauf wartet, an die Haie verfüttert zu werden.

Soll eine Mail gelöscht werden, dann wandert deren virtuelles Ego auf einen Hinterhof und harrt dort ihrem Schicksal. Wird die Mail dann dauerhaft gelöscht, begibt sich die virtuelle Mail-Gestalt an den Strand und wirft sich den besagten Haien zum Fraß vor. Zu versendende Mails landen in der Bar und warten dort Cocktail schlürfend darauf, verschickt zu werden.

3D Mailbox ist in einer Gratis-Version erhältlich, bei der jede ausgehende Mail mit einem Werbetext versehen wird, der den Empfänger auf das Programm aufmerksam macht. Alternativ kann auch eine Vollversion für 29,99 US-Dollar erworben werden, bei der zunächst einmal das Urlaubsparadies als Örtlichkeit mitgeliefert wird und der später auch neue Levels hinzugefügt werden können. Geplant ist beispielsweise eine Flughafen-Umgebung, bei der eingehende Mails durch landende und ausgehende Mails durch startende Flugzeuge dargestellt werden.

3D Mailbox ist mit 70 MB alles andere als schlank und nimmt über 100 MB auf der Festplatte in Beschlag. Hinzu kommen die Anforderungen an die 3D-Grafikkarte (mindestens 128 MB Speicher) und an den Prozessor (1,5 GHz oder höher).

Unterm Strich ist 3D Mailbox ein extrem schräger Ansatz für einen Mail-Client. Wer immer ein volles Mail-Postfach hat, wird kaum mit dem Programm arbeiten können, weil er vor lauter Strandschönheiten die Übersicht verliert. Hinzu kommen die für einen Mail-Client extremen Anforderungen an den Rechner: Mal schnell den Mail-Client aufrufen und nach Mails Ausschau halten, klappt mit 3D Mailbox nicht, weil es doch einige Zeit zum Starten braucht. Eine ernsthafte Alternative zu einem Mail-Client will 3D Mailbox aber auch gar nicht sein. Schließlich gilt wie auch im richtigen Leben: Ein bisschen Spaß muss auch am PC mal sein. Und wer wollte nicht schon immer mal eine nervige Spam an Haie verfüttern...

Download: 3D Mailbox

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