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Microsoft startet Photosynth

21.08.2008 | 13:49 Uhr |

Microsoft hat seinen 3D-Fotodienst Photosynth der Öffentlichkeit freigegeben. Damit kann nun jeder sehr leicht dreidimensionale Panoramabilder erstellen.

Photosynth verbindet automatisch Digitalbilder zu einem drehbaren 3D-Panoramafoto, das der Anwender aus allen Blickwinkeln und mit Zoom-Funktionen betrachten kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Bild nur aus einer Handvoll Digifotos oder mehreren hundert zusammengestellt wurde. Anwender müssen nur eine 8 Megabyte große Softwarekomponente auf ihren Rechner laden, bevor sie den Dienst nutzen können.

Microsoft Live Labs entwickelte das Softwareprojekt zum Teil in Zusammenarbeit mit der Universität von Washington. Als technische Vorschau war Photosynth bereits für jedermann offen, beanspruchte jedoch sehr viel Rechenleistung, wodurch das System sehr langsam war. Außerdem konnten Nutzer nur vorgefertigte Panoramen ansehen und keine eigenen gestalten.

Mit dem Start der Fotosoftware wurden diese Probleme beseitigt, erklärt Alex Daley, Produktmanager von Microsoft Live Labs. Photosynth erledigt die meiste Rechenarbeit nun lokal auf den Rechner des Anwenders. Die Bilder werden auf den Servern von Microsoft gespeichert. Diese Arbeitsteilung soll das 3D-Erlebnis erheblich beschleunigen.

Verantwortlich für einen Teil der Photosynth-Technik ist Computerspezialist David Gedye, der Gründer des SETI@home-Projekts , das die Rechenleistung von internetangebundenen PCs zur Suche nach außerirdischem Leben verwendet.

Diese Erfahrung war bei der Entwicklung von Photosynth hilfreich. „Statt riesiger Rechenzentren nutzen wir wie vorhandene Leistung auf dem PC des Anwenders. Das ist auch aus Klimaschutzgründen sinnvoller“, erklärt Gedye.

Auf Photosynth.com kann sich jeder die Panoramafotos andere Nutzer anschauen und selbst welche erstellen. Das ist leicht, dauert aber noch immer einige Zeit. Nutzer wählen eine Reihe von Fotos aus und laden sie von ihren Rechnern auf den Server. Das Verbinden nimmt je nach Zahl der Fotos einige Zeit in Anspruch, denn die Software muss nach gemeinsamen Elementen suchen, um sie zu einem einzigen Bild zusammenzusetzen.

Microsoft will bald mehr Community-Features in Photosynth einbauen. Derzeit sind alle Fotos öffentlich und können kommentiert werden. In Zukunft soll es möglich sein, eigene Communitys zu gründen und nur deren Mitgliedern das Betrachten der Bilder zu erlauben. Denkbar ist auch, dass die beliebtesten Fotos auf der Startseite der Website präsentiert werden. Bislang entscheidet Microsoft, welche Bilder dort erscheinen.

Anwender können ihre Photosynth-Bilder in andere Webseiten einbinden und per E-Mail den Link versenden. Wer ein neues Bild erstellt hat, kann es mit einem Copyright-Zeichen nach Creative-Commons-Lizenz oder als Public Domain versehen. Außerdem kann man Microsoft melden, wenn Fotos wegen unangemessener Inhalte entfernt werden sollen.

Auf Photosynth.com lassen sich bereits viele 3D-Bilder erkunden, darunter auch einige von National Geographic , das in den letzten Monaten mit Microsoft zusammengearbeitet hat. So lassen sich internationale Sehenswürdigkeiten wie das Taj Mahal, die Hagia Sophia, Machu Picchu und die Sphinx bestaunen.

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