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3D-Drucker-Geräusch verrät, was gedruckt wird

04.03.2016 | 16:55 Uhr |

Allein aus den Geräuschen, die beim 3D-Druck entstehen, lassen sich Rückschlüsse auf das gerade gedruckte Bauteil ziehen.

Für den Privatanwender dürfte die neue Spionagemethode wohl kaum Auswirkungen haben. Für Unternehmen könnte sich daraus jedoch ein ernsthaftes Problem ergeben: Ein Forscherteam University of California konnte nachweisen, dass man über die Aufzeichnung der bei einem 3D-Druck entstehenden Geräusche Rückschlüsse auf das gerade gedruckte Design ziehen kann.

Wurden die Druckgeräusche beispielsweise über ein Smartphone aufgezeichnet, so kann darüber die Extruder-Position und dessen Bewegung zu jeder gegebenen Zeit nachvollzogen werden. Per Reverse Engineering lässt sich daraus mit einer entsprechenden Software eine Kopie des gerade gedruckten Designs erstellen.

In Unternehmen werden 3D-Designs meist verschlüsselt und auf den Rechnern geschützt gespeichert. Dieser Schutz wird durch die Möglichkeit zum Mitschneiden der Geräusche jedoch ausgehebelt. Eine entsprechende Software kann die von den Motoren erzeugten Geräusche zurück in ein 3D-Design überführen. Bei den Tests der Forscher konnte das belauschte 3D-Objekt mit einer Genauigkeit von 90 Prozent nachgebaut werden.

Da nahezu jeder Mitarbeiter ein Smartphone mit an seinen Arbeitsplatz bringen darf, wäre ein Mitschneiden der entstehenden Geräusche für Kriminelle kein Problem. Gerade bei Prototypen könnten derart gestohlene Informationen der Konkurrenz viel Geld wert sein. Derzeit gibt es noch keine Schutzmöglichkeit vor derartigen Szenarien. Diese könnte jedoch in naher Zukunft zur Verfügung stehen. Hilfreich könnten beispielsweise Geräusch-Generatoren sein, die die entstehenden Druckgeräusche überlagern. In für die Produktion sensiblen Bereichen sollten Smartphones nach Ansicht der Forscher bis dahin verboten werden.

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