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34 Mio Autos müssen wegen defekter Airbags in die Werkstatt

21.05.2015 | 09:05 Uhr |

In den USA müssen 34 Millionen Autos wegen Problemen mit Airbags von Takata in die Werkstätten. Der Airbag-Hersteller hat jetzt offiziell einen Konstruktionsfehler eingeräumt. Update 21.5.: So sieht die Lage in Deutschland aus - Stellungnahme des KBA.

Update 21. Mai, 9.00 Uhr: Stellungnahme des KBA zur Lage in Deutschland

Stephan Immen, Pressesprecher des Kraftfahrtbundesamtes teilte der PC-WELT auf die Frage, ob die massive Ausweitung des Takata-Rückrufs auch für deutsche Autofahrer Folgen habe, folgendes mit: „Es sind in Deutschland nach den mir vorliegenden Kenntnissen Fahrzeuge der Hersteller Toyota, Lexus, Honda, Mazda, Nissan, BMW, GM und Alpina von dem Rückrufgeschehen im Zusammenhang mit dem verbauten Takata-Airbag betroffen. Bislang gab es in Europa keinen Zwischenfall, die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als eher gering eingestuft. Dennoch steht für das KBA als deutsche Produktsicherheitsbehörde die vollständige Beseitigung potenzieller Gefahren im Vordergrund. Nach heutiger Einschätzung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wird das Rückrufvolumen insgesamt deutlich unter einer Million Fahrzeuge in Deutschland liegen.

Die Daten der betroffenen Kfz-Halterinnen und Halter werden durch das KBA ermittelt, die schriftliche Benachrichtigung erfolgt im Anschluss im Auftrag des Herstellers direkt durch das KBA oder den Hersteller selbst. Die Kosten der Rückrufaktion trägt der Hersteller.“

Ende das Updates, Beginn der ursprünglichen Meldung:

Die seit 2013 immer größere Ausmaße annehmende Rückrufwelle wegen defekter Airbags des japanischen Zulieferers Takata hat nun einen neuen Höhepunkt erreicht: Allein in den USA müssen 34 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten, weil ihr Airbag ohne Unfall explodieren beziehungsweise zu stark auslösen kann. Takata ist einer der weltweit größten Hersteller von Airbags.

Der japanische Zulieferer Takata, der die fehlerhaften Airbag-Systeme für verschiedene Hersteller geliefert hat, räumt einen Konstruktionsfehler ein. Das bedeutet einen grundlegenden Kurswechsel bei Takata. Denn das Unternehmen hat bis dato immer geleugnet, dass seine Airbags fehlerhaft konstruiert seien.

Takata räumte jetzt nicht nur Konstruktionsfehler ein, sondern akzeptiert auch, dass die Zahl der allein in den USA zurück gerufenen Autos nahezu verdoppelt wird. So müssen nun in den USA fast 34 Millionen PKWs die Werkstätten aufsuchen, um ihren Airbag überprüfen und gegebenenfalls austauschen zu lassen. Das bedeutet, dass mehr als jedes siebte der 250 Millionen in den USA zugelassenen Fahrzeuge betroffen ist. Damit ist der Takata-Rückruf der größte Rückruf in der US-Geschichte.

Das Problem kurz zusammengefasst: Der Airbag kann beim Auslösen regelrecht explodieren, also viel zu stark zünden. Oder sogar ohne Unfall auslösen, die konkrete Fehlerbeschreibung variiert je nach Quelle. In jedem Fall können durch das zu heftige Auslösen Teile der (Metall)-Verkleidung auf die Insassen geschleudert werden und diese verletzten. Offensichtlich können hohe Luftfeuchtigkeit und starke Temperaturschwankungen das Problem verschärfen. Laut New York Times sollen bis jetzt sechs Tote und mehr als 100 Verletzte die Folge dieses Defektes sein.

Die amerikanische National Highway Traffic Safety Administration, die das Takata-Problem lange Zeit eher zurückhaltend angegangen ist, hat mit der massiven Ausweitung des Rückrufs ihre Gangart nun deutlich verschärft. Vom deutschen Kraftfahrtbundesamt ist dagegen noch nichts Neues zu hören. Stephan Immen, Pressesprecher des KBA, betonte auf Nachfrage der PC-WELT, dass das Problem vor allem unter schwül-feuchten Luftbedingungen auftrete. Für Deutschland seien noch keine Vorfälle mit Airbags von Takata bekannt geworden. Das KBA hat an dem bereits vor einiger Zeit erfolgten Rückruf nichts geändert.

Welche Fahrzeugmodelle und Jahrgänge konkret betroffen sind, muss die N.H.T.S.A. zusammen mit Takata und den Automobil-Herstellern in den nächsten Tagen klären – auf dieser eigens eingerichteten Webseite informiert die N.H.T.S.A. über den Takata-Rückruf. Bis tatsächlich alle betroffenen Fahrzeuge repariert seien, könnten durchaus Jahre vergehen. Die Fahrzeuge könnten aber bis zur Reparatur durchaus bewegt werden, sagt Mark R. Rosekind von der N.H.T.S.A.

Toyota und Nissan: Massen-Rückruf wegen Airbag-Problemen

Am stärksten ist wohl Honda von dem Rückruf betroffen. Honda würde versuchen von anderen Zulieferbetrieben Airbags als Ersatz zu bekommen. Aber auch Chrysler, Daimler Trucks, Ford, General Motors, Honda, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru und Toyota haben Takata-Airbags in großen Stückzahlen verbaut. Von den deutschen PKW-Herstellern scheint bis jetzt nur BMW betroffen zu sein.

Die frühesten Hinweise dafür, dass es Problem mit Airbags von Takata geben könnte, stammen aus dem Jahr 2000.

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