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33,86 Petaflop/s - China hat den derzeit schnellsten Supercomputer

17.06.2013 | 14:31 Uhr |

Der aktuelle schnellste Supercomputer der Welt steht in China und trägt den Namen Tianhe-2. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Top-500-Liste der Supercomputer hervor. Auch ein Supercomputer in Deutschland landet in der Top 10.

In der frisch veröffentlichten Top 500 der schnellsten Supercomputer der Welt belegt mit dem Tianhe-2 zum ersten Mal seit November 2010 wieder ein in China entwickelter Supercomputer den ersten Platz. Das geht aus der neuen, halbjährlich aktualisierten Top-500-Liste hervor, die nun bei der International Supercomputing Conference 2013 in Leipzig vorgestellt wurde.

Tianhe-2 (zu deutsch in etwa: Milchstraße-2) wurde von Chinas National University of Defense Technology entwickelt und erreicht beim Linpack-Benchmark eine Rechenleistung von 33,86 Petaflop/s. Ein Petaflop pro Sekunde entspricht 1.000.000.000.000.000 Fließkommaberechnungen pro Sekunde. 

Der Supercomputer Tianhe-2 wird voraussichtlich ab Ende des Jahres im National Supercomputer Center in Guangzho zum Einsatz kommen. Tianhe-2 besitzt insgesamt 16.000 Nodes, die jeweils aus zwei Intel Xeon Ivybridge-Prozessoren und drei Xeon-Phi-Prozessoren bestehen. Damit besitzt der Supercomputer 3.120.000 Rechenkerne.

Tianhe-2 verdrängt den bisherigen Supercomputer Titan auf den zweiten Platz, der beim U.S. Department of Energy (DOE) Oak Ridge National Laboratory steht. Der Titan ist ein Cray-XK7-System, bei dem mit dem Linpack-Benchmark eine Rechenleistung von 17,59 Petaflop/s gemessen wurde. Im Titan stecken 261.632 Nvdia-K20x-beschleunigte Kerne. Mit einem Stromverbrauch von 8,209 kW ist der Titan immerhin deutlich weniger stromhungrig als der Tianhe-2, der 17.808 kW benötigt.

Der derzeit schnellste Supercomputer in Deutschland trägt den Namen JUQUEEN und steht im Forschungszentrum Jülich (FZJ). Der BlueGene/Q-Rechner besitzt 458.752 Rechenkerne und erreichte beim Linpack-Benchmark eine Leistung von 5 Petaflop/s.

Der neuen Top-500-Liste ist zu entnehmen, dass sich in den vergangenen sechs Monaten die Anzahl der Rechner, die eine Leistung von über einem Petaflop pro Sekunde um drei auf nun insgesamt 26 Supercomputer erhöht hat. In 80,4 Prozent aller gelisteten Supercomputer stecken von Intel gefertigte Prozessoren. Bei 88 Prozent der Supercomputer kommen Prozessoren zum Einsatz, die acht oder mehr Kerne besitzen.

Die gesamte Leistung aller Supercomputer hat sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich erhöht. Von 123 Pflop/s vor einem Jahr, über 162 Pflop/s vor sechs Monaten auf nun 223 Pflop/s.

Mit 252 stehen die meisten Supercomputer in den USA und damit sind in den vergangenen sechs Monaten zwei neue Supercomputer hinzugekommen. Es folgt Europa mit 112 Supercomputern (vor einem halben Jahr: 105) und Asien mit 119 Rechnern (November 2012: 123).

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