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300-Euro-Smartphone verzichtet auf umweltschädliche Ressourcen

22.01.2013 | 11:25 Uhr |

Anständig bezahlte Arbeiter, umweltschonender Rohstoff-Abbau - ein niederländisches Projekt will ein faires Smartphone zum bezahlbaren Preis bauen.

Unter dem Schlagwort "Fairphone" will ein Unternehmen aus den Niederlanden ein faires Smartphones bauen - vergleichbar zum Fair Trade-Siegel bei Schokolade oder Kaffee. Das Unternehmen verspricht aber nicht nur auf angemessene Löhne der Minen- und Fabrikarbeiter zu achten, sondern auch auf den Einsatz möglichst umweltschonender Materialien. Das Unternehmen zeigt sich der Tatsache bewusst, dass man wohl kaum die Industrie über Nacht umkrempeln könne. Doch wolle man mit dem Fairphone ein Zeichen setzen, dass es auch mit menschenwürdigen und umweltbewussten Methoden möglich sei, ein bezahlbares Smartphone zu bauen.

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Auch der NDR hat vor kurzem über das Projekt berichtet: Ein Team von Fairphone besucht die Provinz Katanga im Süden des Kongo. In Minen dort werden Kupfer und Kobalt abgebaut, beides wichtige Rohstoffe für die Handy-Industrie. Im Bericht schildert das Team aus den Niederlanden seine Eindrücke und spricht von Kinderarbeit, niedrigen Löhnen und verpestete Natur. Viele Babys sollen in der Region schon krank auf die Welt kommen. Der Kongo sei ein wichtiger Lieferant der meisten Metalle und Mineralien, die beim Bau eines Smartphones benötigt würden, heißt es im Bericht. Die Gewinnung einiger Erze - etwa von Coltan - sei so undurchsichtig, dass nicht einmal die Handy-Hersteller wüssten, wo das Material genau herkommt und unter welchen Bedingungen es in die Fabriken kommt. Wikipedia spricht im Bezug zum Coltan-Abbau von ungerechten Verträgen, Missachtung von Menschenrechten und gravierenden Umweltschäden.

Für das Fairphone sollen daher nur Mineralien zum Einsatz kommen, deren Minenarbeiter nicht von Warlords ausgebeutet werden würden. Die Arbeiter sollen einen fairen Lohn für ihren Einsatz erhalten, heißt es. Außerdem wolle man bewusst auf einige Materialien verzichten. Das könne sich auf das Design auswirken, da einige Erze nur für die Verkleinerung der Technik benötigt würden. Das Fairphone wird also etwas größer werden. Die ersten Fairphones sollen im Herbst für 250 bis 300 Euro auf den Markt kommen.

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